Dienstag, 8. März 2016

Mein Frauenleben 2015/16 in Kommentaren

Ich habe ja hier schon lange nichts mehr geschrieben. Das kommt schon mal vor, in einem Frauenleben, dass frau zu viel zu tun hat, um zu schreiben. Oder um überhaupt irgendwas zu tun.  Aber heute hat mich die @_DrMo_ aufgefordert, über mein Leben als Frau zu schreiben. Am Weltfrauentag. Und da lass ich mich nicht lange bitten.
Gerade heute, am Weltfrauentag 2016 besteht mein Leben mal wieder aus dem, was von mir von weiten Teilen der Gesellschaft erwartet wird: Ich betreue ein Kind zu Hause. Noch dazu ein krankes. 
Aber ich will mich nicht beschweren, ich mache das gerne. Und freiwillig. Und außerdem bin ich ja sowieso gerade zu Hause. Weil ich ein weiteres Kind erwarte und weil das nun zumindest zeitweise nicht ganz leicht ist. Es wäre dennoch zumindest heute ein dermaßener Unsinn, sich über die aktuelle Situation zu beschweren, dass ich mich damit auch gar nicht länger aufhalten werde. Was mir aber auch an Tagen wie diesen durchaus auffällt, ist die Tatsache, dass es in der Gestaltung von Frauenleben auch 2016 noch leichten Spielraum gäbe, was meine persönliche Freiheit als Frau angeht. Ich will das anhand einiger Kommentare verdeutlichen, die mir gegenüber im letzten Jahr, in dem ich das erste Mal mit drei Kindern wieder Vollzeit gearbeitet habe (was jetzt nicht gerade ein Zuckerschlecken war, ich gebe das zu), getätigt wurden und die hängen geblieben sind.

Ich lasse diese Kommentare einfach da. Zum Genießen. Zum Sackenlassen. Zum Aufregen. Zum Ignorieren. Je nachdem. Mein Frauenleben 2015/16 in Kommentaren. 

"Wer kümmert sich denn da jetzt um die Kinder?"
"Drei Kinder? Und Vollzeit? Warum tust du dir das an?!
"Verdient dein Mann nicht genug?"
"Was verdient eigentlich Ihr Mann? Warum müssen Sie denn arbeiten?"
"Wollen Sie nicht lieber zu Hause bleiben, das wäre doch auch eine Möglichkeit!"
"Sie machen Ihren Job schon ganz gut. So gut, wie Sie ihn als Mutter eben machen können."
"Sind die Kinder nicht traurig, wenn sie immer allein sind?"
"Achso, du bist ja aus dem Osten, stimmt! Da war das ja normal."
"Aber wenn das vierte Kind da ist, gehst du nicht so schnell wieder arbeiten, oder?"
"Ich staune immer wieder, wie du das schaffst. Ich schaff das ohne Kinder kaum."
"Wie machst du das? Irgendwas bleibt doch da auf der Strecke. Sind das nicht die Kinder?"
"Sie können nicht alles wollen. Sie müssen sich das klar machen."
"Also meine Frau, die ist ja 16 Jahre mit den Kindern zu Haus geblieben."
"Was machen Sie denn jetzt, wenn Sie nicht mehr arbeiten?"
"Ach, da bist du aber froh, dass du zu Hause sein kannst, oder? Dann kannst du dich endlich um deine Kinder kümmern"
"Ist das nicht langweilig zu Haus, jetzt?"
"Eine Schwangerschaft ist eine ziemliche Belastung für den Schulbetrieb. Das müssen Sie verstehen."
"Das vierte Kind war jetzt aber nicht geplant, oder?"
"Vier Kinder - da ist aber der Körper dann auch hinüber, oder?"

Die Liste ist lang und ich könnte noch viele, viele andere Kommentare notieren. Aber ich muss mich gerade um eins meiner vielen Kinder kümmern. Es ist krank. Sie entschuldigen mich also. Denn ich muss diese Aufgabe gut machen. Das ist wichtig. Der Gesellschaft und mir.

1 Kommentar:

  1. Ohne Worte! Vive le donne:-)
    ...und zumindest, um die Figur zu kaschieren fällt mir da gerade was ein. Aber, ach, lassen wir das!

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