Freitag, 22. Mai 2015

Über meine Arbeit

Falls Sie sich wundern, warum hier nix los ist. Ich habe - und dafür bin ich eigentlich auch sehr dankbar - zuviel zu tun. Manchmal finde ich das sehr ätzend. An anderen Tagen wieder lese ich den x-ten Beitrag über die x-te Frau, die in ihrem Job nach der Elternzeit plötzlich nicht mehr gebraucht wird, weil Mütter so anstrengend und so wenig belastbar sind und bin dankbar. Trotz der hohen Belastung. Dass ich arbeiten kann und darf. Aber so ganz leicht ist es trotzdem nicht. 
In letzter Zeit habe ich mal versucht, meine Arbeitszeit etwas hochzurechnen. 
Meine Anwesenheitsstunden in der Schule derzeit:
Montags 9,5 Stunden
Dienstags 6 Stunden 
Mittwoch 6 Stunden
Donnerstag 6 Stunden
Freitag 6 Stunden
Macht insgesamt: 33,5 Stunden, die ich in der Schule verbringe. In diesen Stunden gebe ich insgesamt 18 Unterrichtsstunden, habe drei Vertretungsstunden und den Rest der Zeit trage ich Noten ein, organisiere irgendwas, spreche mich mit Kollegen ab, korrigiere, bereite auch mal eine Kleinigkeit vor, kopiere und organisiere Räume, Beamer und was sonst noch so auf Listen steht, in die man sich eintragen muss. (Mit einem Stift. Auf Papier. Im Sekretariat.)
Dazu kommen die Zeiten, in denen ich zu Hause arbeite. Die Unterrichtsvorbereitung mache ich grob für die gesamte Woche am Wochenende. 
Samstag 4 Stunden
Sonntag 2 Stunden oder andersherum. Oder mehr. Weniger nie.

Dazu kommt das Feintuning in der Woche. Das mache ich oft morgens - dann gehe ich am Abend direkt nach den Kindern ins Bett und der Wecker klingelt zwischen 4 und 4.30 Uhr. Oder am Abend. (Eher selten) Auf jeden Fall kommt pro Tag eine Stunde Feintuning zu Hause dazu. Macht 5 Stunden pro Woche. Wie viele Stunden haben wir jetzt? Rechnerechne: 45,5 Stunden. So viele Stunden arbeite ich, wenn nichts zusätzliches ansteht. Keine Lehrerkonferenz, keine Korrekturen, kein Abi, kein Tag der offenen Tür, kein Elternsprechtag. Nur mein Unterricht und ich. Also nie. Im Regelfall sind es eher 50 Stunden.

Jammern liegt mir nicht. Ich arbeite gern und mag meine Arbeit sehr. Und ich bin Anfängerin. Mal wieder. Es wird noch dauern, bis ich mich einspiele, ich habe noch zu wenig Erfahrung mit vielen Dingen am bayerischen Gymnasium und das wirkt sich natürlich auf die Arbeitszeit aus. Ich möchte viele Dinge richtiger als richtig machen, mache aber natürlich auch manchmal Dinge falsch und versuche das durch Mehrarbeit zu korrigieren. Was natürlich bei diesen Zahlen eine Milchmädchenrechnung ist. (M)ein Tag hat 24 Stunden. 

Heute ist der letzte Schultag vor den Ferien, die bei uns zwei Wochen lang sind. Ich packe meinen Koffer und nehme mit...3 Stapel Schulaufgaben mit je 26 Arbeiten, die in etwa 20 Minuten Korrekturzeit verlangen. Kein Urlaub also, sondern Korrektur-laub. Ich muss zudem zwei Lektüren aussuchen, lesen und den Unterricht dafür planen, für die sechsten Klassen. Uff.

Dennoch. Ich bin froh über diese Stapel. Und froh über meine Arbeit. Auch wenn es nicht so ganz leicht ist. Und ich nun statistische Auswertungen meiner eigenen Arbeitszeit hier als content verkaufe. Entschuldigen Sie, wenn ich Sie belästigt habe. Ich geh dann mal wieder arbeiten.

Kommentare:

  1. Pass gut auf dich auf. Ich habe große Achtung vor dir.
    Hab dennoch eine schöne Ferienzeit.

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  2. Deshalb werden die Ferien bei Lehrern wohl auch "unterrichtsfreie Zeit" genannt - und nicht Urlaub. Pass auf Dich auf und habt dennoch eine schöne Zeit!

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    1. Das versuch ich. Wenn es nicht klappt, komm ich zu dir auf den Bauernhof.

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  3. Puh und da ist die Arbeitszeit als Mutter ja noch gar nicht eingerechnet. erhol dich gut und lass die Seele baumeln!
    LG, Micha

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  4. Respekt. Ich hoffe es spielt sich bald ein.

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