Donnerstag, 9. April 2015

Eine neue Grenze

Als ich vor mittlerweile zwei Jahren mit meinem dritten Kind schwanger wurde, hatte ich keine Vorstellung davon, dass ich mit dieser Schwangerschaft eine Grenze überschreiten würde und zwar nicht nur eine in den Köpfen der Menschen, sondern eine auf vielen Ebenen völlig reale. Drei Kinder, das geht nicht, lauteten die meisten Reaktionen. Hier eine kleine Auswahl.

Und hier unsere Herausforderungen:

- Drei Kindersitze gehen nicht auf die Rückbank der meisten Autos. Das ist ein reales Problem, mit dem man sich befassen muss. Aber es ist nicht unlösbar. Man kann ja auch Eisenbahn fahren.

- Drei Kinder passen nicht in das Meldeformular für das Einwohnermeldeamt. Eine Familie hat zwei Kinder. Für das dritte Kind braucht man im Grunde eine zweite Familie. Aber ein zweites Formular tut es auch.

- Drei Kinder passen übrigens auch in viele andere Formulare nur mit Trickserei. Das ist keine besondere Eigenart der Meldebehörde. Mehr so eine darwinsche Entwicklungsstufe unserer Gesellschaft.

- Familienkarten im Schwimmbad sind für Mama, Papa, Kind. Wenn man Glück hat, für zwei Kinder. Aber drei Kinder? Sowas macht doch keiner. 

- Drei Kinder passen ganz schlecht auf einen Schoß. Wir haben das hier eine zeitlang versucht, zwei Kinder unter drei und ein Baby, irgendwie quetscht man das zurecht. Aber die gefühlte Harmonie, die muss man gleich mit reinquetschen.

- Drei Kinder und Eltern passen nicht an einen Vierertisch. Und bei einem Sechsertisch stimmt die Symmetrie nicht. Tische schieben ist eine unserer häufigsten Übungen.

- Drei Kinder passen nicht in einen Fahrradanhänger. Darüber hab ich hier schon mal geschrieben, als ich noch zwei Kinder hatte und ein Referendariat. Ups. Kurze Zeit später haben wir es möglich gemacht und alle drei reingequetscht. Mit viel Liebe geht das. Mit viel Geld muss einfach n neuer Anhänger her.

- Drei Kinder passen nicht an zwei Hände. Ich hab es versucht. Echt. Es geht nicht. Man braucht noch eine Hand. Ich prangere das an. (Die fehlende Hand, nicht das Kind.)

- Drei Kinder haben Schwierigkeiten, sich abzuwechseln. Erst du, dann ich klappt bei zweien gut. Bei dreien ist immer die Frage, wer ist denn als zweites dran. Da kann man gut drüber streiten. Selbst Einjährige.

- Drei Kinder wollen nie dasselbe. (Jetzt hör aber mal auf, das wollen zwei auch nie!)

Die Lösung? Ganz klar: Eine neue Grenze muss her.

Kommentare:

  1. Was denkst du wie schön es mit vier Kindern ist ;-)
    LG, Micha

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  2. Vier Kinder! Das wäre bestimmt "besser". Ist symmetrischer.... :-)
    Herzliche Grüße,
    Steffi

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  3. Wir hier haben "nur ein Kind" und werden ständig gefragt, wann denn das Zweite kommt, ob wir nicht meinen, dass es mal langsam Zeit ist. Und wenn man dann sagt "gibt keins", dann wird man auch doof angeguckt. Egal wie man es macht....
    LG Mo

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