Montag, 27. April 2015

Die zwölf Aufsatztypen und welche ich daheim hab

Die verschiedenen Aufsatztypen (es ist von Typen die Rede, die einen Aufsatz schreiben) sind euch bekannt oder? Mir ja nicht erst seit gestern. Das Problem allerdings: Inzwischen sehe ich immer mal wieder in einem dieser Typen meine eigenen Kinder. Und dann überkommt mich ein so warmes Gefühl im Herzen, dass ich die Schulaufgabe am liebsten abbrechen möchte, um mit allen einfach ein Eis essen zu gehen. Meistens kommt es dann aber doch, bevor es dazu kommt, noch schnell zur Spontanabkühlung durch irgendeinen Schummler.

Heute zum wiederholten Male live beobachtete Typen:

1. Der Papiernassmacher
strengt sich geistig so dermaßen an, dass sich die körperlichen Auswirkungen nach kurzer Zeit auf dem Aufgabenblatt erkennen lassen. Nicht allerdings in Form von Notizen, sondern in Form von Schweiß, der das Papier durchnässt, sodass es anfängt, sich unter seinen Händen zu wellen. 

2. Die Freundin
muss unbedingt während des Aufsatzschreibens wissen, welches Thema die Freundin gewählt hat, weil sie sich sonst gar nicht konzentrieren kann und schielt deswegen in den ersten 10-35 Minuten immer wieder zur weit entfernt sitzenden Freundin, um ihr die Information irgendwie aus dem Gesicht zu erlesen. 

3. Der Verkrampfte
Ihm tut etwa 10 Minuten nach Beginn das erste Mal die Hand weh und er versucht den Schmerz den Rest der Arbeitszeit durch exzessives Schütteln selbiger zu minimieren, wird dabei aber immer nervöser und übt dadurch noch mehr Druck auf den Stift aus, was dazu führt ... es ist ein Teufelskreis.

4. Die Konzentrierte
arbeitet so ruhig und sachlich die ihr gestellte Aufgabe ab, dass man meinen könnte, sie hätte die Lösung schon im Kopf gehabt, bevor sie die Aufgabe gelesen hat und dies wäre für sie nur wie der tägliche Kaffee für mich. Man trinkt ihn halt, aber merkt ihn nicht mehr so richtig. Sie ist nach der Hälfte der Zeit fertig und kuckt danach den Rest der Zeit ruhig und sachlich in die Luft, ohne dabei nervös zu werden. Sie schummelt nicht. Sie weiß halt.

5. Der Frager
hat zu allem nur noch "eine Frage". Welches Datum ist heute? Soll ich das dahin schreiben? Wie viele Punkte gibt es darauf? Wenn die Seite zu Ende ist, soll ich das Blatt dann umdrehen und auf der anderen Seite weiterschreiben? Wenn ich das so schreibe, ist das dann richtig?

6. Die Glücksbringerfanatikerin
hat so viele Glücksbringer auf dem Tisch, dass das Aufsatzpapier kaum Platz findet. Daneben liegen Naschereien, die sie nicht schafft zu essen, weil sie die ganze Zeit Aufsatz schreibt.

7. Die Kopfstützerin
stützt sich während des Schreibprozesses auf so viele verschiedene Arten den Kopf, dass man meinen könnte, sie trainiere für Kopfstützolympia. Ist der Aufsatz geschrieben, fällt der Kopf meistens mitten rauf.

8. Der Ins-Blatt-Kriecher
hat das Gefühl, je näher er der Aufgabe ist, desto besser gelingt deren Erledigung. Deshalb kriecht er mit der Nase ins Blatt hinein. Häufig kommt es dadurch zu Abstandsfehlern, denn dieser ist einfach nicht gewahrt.

9. Die Lässige
hat schon früh gelernt, ihre eigenen Fähigkeiten und die Bedeutung von Schulaufsätzen einzuschätzen und arbeitet alles ab, rechnet mit nichts Besserem als einer Drei. Ist ihr aber auch egal. Deutsch ist eh kacke.

10. Der Hinleger
ist immer müde. So auch beim Aufsatztermin. Der Kopf ist noch schwerer als der von der Kopfstützerin. Deswegen legt er seinen Kopf auf die auf dem Tisch liegende Hand und schreibt im Liegen. Ab und zu hebt er kurz den Kopf, um ihn dann wieder mit einem dramatischen Seufzer fallen zu lassen und weiter zu schreiben.

11. Die Killerin
schreibt mit dem von Mama ausgesuchten Füller, aber leider fängt der an zu schmieren und außerdem ist sie unsicher. Deswegen killert sie jeden zweiten Satz. Irgendwann fängt sie an, wild herumzukillern und ab einem gewissen Zeitpunkt schreibt sie nur noch mit dem Tintenkiller, weil das ganze Blatt vollgekillert ist. Sie kommt dann ins Schwitzen, weil sie nicht mehr killern kann. 

12. Die Dränglerin
ist wahnsinnig früh fertig und schaut sich nach 60% der Zeit immer hilfesuchend im Raum um: Seid ihr endlich fertig? Wie lange dauert das noch? Was braucht ihr so lang? Kann ich schon raus?

Es gibt sicher noch den ein oder anderen Typen, den ich vergessen habe. Meine Kinder jedenfalls sind dabei (alle Nr. 4. war eh klar!) Habt ihr euch erkannt?

Kommentare:

  1. Hihihi, das ist ja spannend :D ich glaub ich bin ein bisschen 7. Und 4 selbstverständlich :D
    LG
    Mo

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  2. Kommt mir bekannt vor!
    LG, Micha

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  3. Meine Kinder sind Ins-Blatt-Kriecher, haben aber noch nie nen Aufsatz geschrieben.
    Ich selbst war konzentrierte Kopfstützerin, die immer mehr schrieb als je jemand lesen wollte.

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