Donnerstag, 15. Januar 2015

Kinderbetreuung, wie ich sie gern hätte

Gestern twitterte ich das hier:



Was ich gerne hätte
- Krippe und Kindergarten in einer Einrichtung (macht einfach sofort Sinn bei mehr als einem Kind)
- flexible Buchubgszeiten, die ich an meinen Bedarf anpassen kann und wenn sich der Bedarf ändert, anpassen kann, ohne negative vertragliche Konsequenzen
- die Möglichkeit der Zubuchung, falls es mal länger dauert (wenn ich zum Beispiel auf einer Konferenz bleiben muss, sollte es die Möglichkeit geben, dass die Kinder länger bleiben)
- eine frühe Öffnung und späte Schließung
- ich bin ein Fan von festen Gruppen: vom offenen Konzept halte ich gar nichts. Oder zumindest nicht viel.
- einen Garten mit Spielgelegenheiten, aber in erster Linie erwarte ich, dass die Kinder rausgehen. Wohin, da möchte ich mich gar nicht unbedingt festlegen. Sie sollen nur nicht im ewig gleichen Mief rumhängen.
- ein kindgerechtes Mittagessen für Krippen- und Kindergartenkinder
- einen Schlafraum/ Ruhetaum, in dem die Kinder schlafen können, die wollen.
- Wickelgelegenheiten auch im Kindergarten
- einen ebenerdigen Zugang: Erreichbarkeit mit Kinderwagen
- Parkplatzmöglichkeiten

Was ich habe
- drei Kinder in zwei Einrichtungen
- eine Krippe im Souterrain mit einem Treppenzugang, den ich meine Nichtläufer hinuntertragen musste und meine Läuferanfänger hoch- und runterstolperten und der spätestens mit zwei Kindern Probleme macht.
- einen Krippenplatz mit einer festen Betreuungspauschale für 5 Tage (egal wie häufig ich das Kind bringe, ich zahle immer für 5 Tage und immer dieselbe Zeitspanne, für die ich mich entschieden habe)
- eine Krippe mit einer festen Schlafzeit für Babys ab sechs Monate: Meine Tochter schläft deshalb, seit sie 8 Monate alt ist, in der Krippe nur eine bis anderthalb Stunden am Tag. Manchmal wurde mir stolz berichtet, dass sie auf dem Teppich noch 5 Minuten gedöst hat. 
- eine Krippe mit Essen aus einer Fleischerei, das für die kleinsten auf Wunsch püriert wird (so sind mir unter anderem verkohlte Bratkartoffeln mit Ei in pürierter Form für mein acht Monate altes Baby angeboten worden und so wusste meine Tochter schon sehr früh, wie Fischstäbchen mit Kartoffelecken schmecken.)
- einen Kindergarten, der nicht in der Lage ist, in irgendeiner Form digital zu kommunizieren und mir regelmäßig Rügen erteilt, weil ich auf Aushänge nicht reagiere
- ein Kindergartenkind, das regelmäßig mitten auf dem Flur nackig gemacht wird, um zu schauen, ob er was in der Hose hat und um ihn dann mit heruntergelassener Hose in den Waschraum zu schieben, wo er dann im Stehen gewickelt wird.
- einen Betreuungsbeitrag von 900 Euro für drei Kinder (Es geht viel teurer - ich hatte auch schon 1100 Euro. Aber günstig finde ich das dennoch nicht.)
- einen Kindergarten, in dem immer wieder Probleme entstehen wegen vergessener Feuchttücher oder Windeln. 

Was ich nun gefunden habe
- eine kombinierte Einrichtung für alle drei Kinder
- das dritte Kind ist kostenfrei, in unserem Fall eine Kostenersparnis von 600 Euro. 
- für die Windeln wird eine Pauschale verlangt, ich müsste mich also weder um Windeln, Feuchttücher noch sonst irgendwas kümmern
- es gibt Bedarfsöffnungszeiten, das heißt zwischen 6-20 Uhr ist der Laden bei Bedarf auf.
- es gibt zwei Preislisten: eine nur mit Weihnachtsferien und den Rest des Jahres geöffneter Kita und eine mit zusätzlich zwei Wochen Sommerschließzeit. Den Rest des Jahres ist die Kita offen. Immer. Nach Bedarf. Es gibt auch keine Konzeptionstage oder ähnliches.

Die Haken:
- ich müsste ans andere Ende der Stadt und ich müsste immer mit dem Auto fahren. Morgens kein Problem, wenn ich um 6 Uhr losfahre. Nachmittags heißt es Stau. Morgens auch, wenn ich später als 7 Uhr losfahre.
- die Kita ist in einem Gewerbegebiet. Ja genau. Gewerbegebiet. Innen also alles hui. Außen eher so Beton, es gibt einen Garten, aber der ist klein und in der Umgebung sind Shoppingcenter und Autovermietungen.

Alles genau so wie ich es mir wünsche. Aber dann eben doch nicht so richtig. Ist doch schade, oder? Es könnte alles so einfach sein. Und jetzt muss ich mich nur noch entscheiden.

Kommentare:

  1. ach mann, das klingt beides nich so toll… wir warten gerade noch auf unseren platz, in 3 kigas stehen beide auf der warteliste, wir müssen nehmen, was wir kriegen und die aussichten sind bescheiden. -.- der kleine hat bessere chancen, als der große, weils eben mehr U als Ü3-plätze gibt. ist doch alles mist!

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  2. Kinderbetreuung, ein schwieriges Thema. Eine Auswahl gibt es nicht. Einerseits bin ich froh, dass beide Kinder überhaupt untergebracht sind. Andererseits zermartere ich mir das Hirn wie wir mehr als sieben Wochen Schließzeiten mit 26 Urlaubstagen überbrücken sollen. Wie machen andere Eltern das?
    Viele Grüße, Jasmin

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  3. Ja, das ist echt nicht einfach... Auf jedes Kind soll mit Essenszeiten, Essensbedürfnissen (püriert, nicht-püriert, etwas stückig, kein Schwein, keine Milch, kein Tier überhaupt, kein Zucker, vielleicht sogar Bio) eingegangen werden, Windeln immer Vorort, in alles erdenklichen Größen und für jedes Pickelproblemchen die richtige Sorte, gleichbleibende Gruppen, aber individuell buchbar, auch über alle Feiertage (außer den 24.12., am besten, die Erzieherinnen haben erst gar keine eigene Familie, die auch gerne mal einen Feiertag mit ihnen verbringen will), Eltern sollen digital informiert werden, in dieser Zeit sollen die Kinder aber nicht unterbetreut sein, individuelle Schlafenszeiten für die Kinder, am besten noch mit individuellem in-den-Schlaf-schaukeln, dazu sollen die wachen Kinder so gut wie immer draußen sein, wo sie auch ausreichend betreut werden sollen, das Ganze ebenerdig und unbedingt direkt in der Nachbarschaft. Dazu immer jede Menge freie Plätze, damit man direkt auch die Kinder größer Familien zum Beispiel bei einem Umzug oder so untergebracht bekommt. Und kosten - ja das darf' s natürlich auch kaum etwas, denn sonst arbeitet man ja nur noch für die Betreuung... Ich befürchte, dass ist ein bisschen viel verlangt... Der einzige Aufreger ist für mich der Umgang mit zu wickelnden Kindergartenkinder...
    LG Sabine

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    1. Liebe Sabine,
      mit meiner individuellen Situation hat deine überspitzte Darstellung leider nichts zu tun, und ich bin mir nicht sicher, warum du die bei mir genau an dieser Stelle ablädst. Vieles von dem, was du schreibst ist für mich überhaupt kein Kriterium und ich schrieb auch davon nichts.
      Dennoch hast du sicher Recht, viele Eltern, viele Bedürfnisse. Alle anders. Ich habe auch keine Schuldzuweisungen machen wollen. Nur geschrieben, was ich mir für mich wünsche. Dass das zuviel verlangt ist, habe ich selbst schon gemerkt, weil ich ein solches Angebot nicht finde.
      Danke für deinen Kommentar.
      LG
      Heike

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    2. Liebe Heike, Warum ich das geschrieben habe? Weil das, was Du gerne als Kinderbetreuung hättest, so nie funktionieren kann! Und wenn man das mal zum Beispiel aus wirtschaftlicher Sicht betrachtet, man sofort sieht, dass das ein Traum - oder im besten Fall - ein hehres Ziel ist:
      Du hättest gerne alle drei Kinder in einer Einrichtung. Das bedeutet, eine Einrichtung muss Plätze freihalten, falls mal mehrer Kinder gleichzeitig in eine Einrichtung kommen. Freihalten=keine Einnahme. Die Einrichtung soll einen Garten haben, der soll aber nicht "klein" sein, aber im Gewerbegebiet soll er auch nicht liegen. Innenstadt=hohe Mieten. Hohe Mieten=hohe Kosten. Nun hättest Du bei Kind3 eine Ersparnis von 600€. Das ist schön und auch sehr sozial, aber wie viele Kinder, die bezahlfrei sind, aber ja trotzdem die volle Betreuung brauchen, kann sich ein Kindergarten leiste, bevor er unwirtschaftlich ist? Du würdest gerne kurzfristig längere Betreuung dazu buchen. Eine Erzieherin muss also mehr oder weniger "abrufbereit" sein. Ihr eigenes Sozialleben ist entsprechen schlecht planbar. Andererseits würdest Du gerne weniger buchen, wenn bei Dir weniger Bedarf ist. Im Kindergarten wird dann entsprechen weniger verdient, die Kosten laufen trotzdem, Erzieherinnen können dann entsprechend nicht bezahlt werden, oder nur stundenweise, planbar ist da nix mehr, weder für die Einrichtung, noch für die Angestellten. Ich könnte ewig so weiter schreiben...
      Die eierlegende Wollmilchsau funktioniert hier nicht - und dass man nicht auf jedes Kind individuell eingehen kann, was Schlafenszeiten, Essen, Rausgehen, Gruppen oder Konzepte betrifft, kann doch ein jeder, der mit einer heterogenen Gruppe Kinder zu tun hat...

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    3. Ich bitte dich, keine von dir persönlich gemachten Annahmen über mich hier als Fakten zu präsentieren, denn 1. kennst du nicht das vollständige Bild (ich präsentiere hier nur einen Ausschnitt, das muss dir klar sein!) und 2. stimmen deine Annahmen nicht. Und zwar keine davon.
      Was du hier schreibst, ist nur deine Lesart und hat mit der Realität und meiner persönlichen Situation nichts zu tun. Ich könnte jetzt jeden Punkt wieder erklären und mich rechtfertigen, aber ich habe nicht den Eindruck, dass ich zu dir durchdringe, also lasse ich es.

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    4. Es gibt das, wir haben das!! Meine Kinder gehen in Krippe und Kiga in der gleichen Einrichtung, keine Schließtage, lediglich während der Weihnachtsferien muss man vorher angeben wann die Kinder kommen und wann nicht, damit ein Teil der Erzieher frei nehmen kann. Und das macht auch Sinn, in einer Kita in der maximal die Hälfte der Kinder aus Elternhäusern kommt, in denen Weihnachten gefeiert wird. Viele der türkischen, arabischen, asiatischen etc. Eltern arbeiten in dieser Zeit!
      Bei uns sind immer Windeln etc. vorhanden, kleine Kinder werden mit Alnatura-Gläschen gefüttert, noch kleinere mit Babymilch, die nach Vorgabe der Eltern (aber auf Kita-Kosten) gekauft wird!! Unser älterer Sohn brauchte Antireflux-Milch, die haben sie genauso bersorgt wie die wesentlich günstigere 'normale' für den Jüngeren.
      Bringen und holen können wir wann immer wir wollen, die Buchungszeiten jeden Monat ändern, wenn ein Kind mal spontan später abgeholt wird als gebucht kräht danach kein Hahn.
      Schlafen können die Kinder nach Bedarf, und Ja, in der Krippe werden sie in den Schlaf geschauckelt, wenn's sein muss auch draußen im Kinderwagen, der dann während des Nickerchens auf der Terasse parkt.
      Ihr seht also, es geht!!!! Der Haken dabei? Es ist relativ chaotisch, es dauert oft lange bis man einen Erzieher findet der einem dazu Auskunft geben kann was das Kind heute gemacht hat, manchmal sind auch nur Erzieher da mit denen das Kind nicht viel anfangen kann, etc. Wir erkaufen uns Flexibilität mit (leicht) chaotischen Zuständen, die natürlich manchmal nerven, aber ich würde NIEMALS tauschen wollen. Ich glaube, wir haben riesiges Glück mit dieser Einrichtung! Und die Erzieher, für die es mit Sicherheit anstrengender ist als in einer weniger flexiblen Kita, gehen ungeheuer liebevoll mit den Kindern um.

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  4. Würde nur zu gern wissen, wie die in dem Kindergarten die Einsatzzeiten ihrer Erzieher planen. Und die Arbeitnehmer ihr Privatleben.
    Ansonsten zugreifen, weil das drumherum machen sich die Kids schon schön und die Fahrerei ist Gewöhnungssache. Fahre 80 Kilometer pro Tag, weil der Kindergarten in der entgegengesetzten Richtung zur Arbeit liegt. Für diesen Kindergarten würde ich noch weiter fahren.

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  5. Ich finde es sinnvoller, seine Erwartungen zu verbalisieren und mit der Realität abzugleichen als hinterher unzufrieden zu sein. Oder, noch schlimmer, völlig indifferent den Betreuungseinrichtungen gegenüber zu stehen. Was ist schlimm daran, wenn Eltern Erwartungen an Kinderbetreuungseinrichtungen haben? Diese Einrichtungen haben auch Erwartungen an Eltern. Dass am Ende Kompromisse stehen, sollte doch jedem einigermaßen pragmatisch denkenden Menschen klar sein :-).
    (persönliche Meinung: wenn ICH - ich spreche nur für mich - vor die Wahl gestellt würde, ich würde zugreifen und im Zweifelsfall - Kinder sind ja dann erst einmal in trockenen Tüchern - weitersuchen.)

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  6. Das hört sich aber nicht an, als wäre irgendjemand in der Einrichtung auf Kleinkinder vorbereitet. Mir ist zwar klar, dass man nicht erwarten kann, dass 2 Erzieher alle Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes zu 100% berücksichtigen können, aber man sollte doch schon erwarten, dass eine Einrichtung, die Babys betreut, auch in der Lage ist Babygerechte Nahrung anzubieten.
    Ich bin wirklich froh, dass wir uns (noch) den Luxus erlauben können, dass nur einer arbeiten geht (und dass ich damit auch selbst zufrieden bin im Moment), und mein Kind nur wenige Stunden in der Woche in einer KiTa betreut wird.
    Viel Glück wünsche ich dir, bei deiner Wahl!
    LG
    Mo

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