Freitag, 31. Oktober 2014

Was ich alles bin

Neulich schrieb ich, was ich alles sollte und was ich alles möchte. Was ich alles bin?

Ich bin manchmal so neugierig, dass ich Leute solange belästige, bis sie doch mit der Information rausrücken, die sie mir eigentlich nicht geben wollten. 

Ich bin eine Frühaufsteherin. Seit Kind A da ist, wird an diesem Aspekt meines Seins allerdings sehr gerüttelt. Kein Mensch steht gerne immerzu früh auf, wenn er immerzu nachts wach ist. Drei Kinder. Da ist immer irgendwer zum Wachsein.

Ich bin in der Lage, ganze Tage im Bett zu verbringen. Vor allem, wenn ich eine neue Serie entdeckt habe. Vor kurzem war das "The Good Wife". Danke dasnuf. Nach vier Folgen war der halbe Tag um und ich musste mit viereckigen Augen die Kinder abholen. So eine Mutter bin ich. 

Ich bin oft im Zweifel. Ob das, was ich tue, richtig ist. Und ob ich nicht viel mehr leisten müsste. Die meiste Zeit komme ich mir sehr faul vor. Aber selbst darin bin ich mir nicht sicher.

Ich bin mit drei Kindern zur Zeit emotional so dermaßen ausgelastet, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass das, was ich hier tue, noch unter das Konzept "Gute Mutter" fällt. Denn

ich bin oft ungeduldig, vor allem abends, habe das Gefühl, nicht allen gerecht zu werden und ich kann einfach nicht genug Kinderlieder auswendig. Das ist ein Fakt. Kein Scherz.

Ich bin heute schöner als mit 17. Das fühle ich nicht nur so. Das ist ganz objektiv so. Ich habe mit meinem Körper auf so viele verschiedene Arten herumexperimentiert, als ich jung war, dass ich viel von dem, was schön gewesen wäre, kaputt gemacht habe. Heute habe ich die ersten grauen Haare, immer die gleiche, öde Frisur und ich habe eine kleine Faltensammlung angelegt. Aber das bin ich. Und das find ich schön. Meistens. Und ich habe inzwischen festgestellt, dass dies der Hauptanzeiger sein sollte.

Ich bin sonnenhungrig. Ich bin überzeugt davon, dass mein Körper mehr Sonne braucht, als er in diesen Breitengraden bekommt. Ich brate nicht in der Sonne. Aber meine Seele leidet unter der Farbe Grau. Ein Grund, warum ich mich nach Budapest sehne. Immer wieder. Vor allem aber von April bis Oktober.

Ich bin heute zehn Kilo schwerer als auf diesem Bild. Und darüber bin ich sehr froh.

Ich bin auch jetzt, knapp vier Jahre nach der Geburt meines erstens Kindes, unsicher in meiner Mutterrolle. Ich kaschiere die Unsicherheit, indem ich mal die strenge Lehrerin, mal die liebevolle Kuscheltante, dann wieder die lustige Spielkameradin oder die besorgte Behüterin spiele. Irgendwo dazwischen bin ich. Ich werd mich schon noch finden.

Ich bin froh, dass es Leute gibt, die gerne hier lesen.

Ich bin in letzter Zeit häufig im Mittelpunkt meiner Schreibe. Das ist reine Psychohygiene. Es möge mir verziehen werden.

Ich bin schon wieder so dermaßen im Rückstand mit dem Haushalt, dass ich Angst haben muss, er frisst mich auf, wenn mich an der falschen Stelle der Wohnung aufhalte. Und deswegen muss ich jetzt auch los.

Und was seid ihr so?

Kommentare:

  1. Liebe Heike,
    ich lese sehr gern bei Dir und mag Dich und die Art wie Du schreibst.
    Herzliche Grüße,
    Steffi

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  2. "[...]indem ich mal die strenge Lehrerin, mal die liebevolle Kuscheltante, dann wieder die lustige Spielkameradin oder die besorgte Behüterin spiele."

    Indem du so bist, machst du alles richtig, wie ich finde :)

    Danke für deinen Blog,
    ein neugewonnener Leser

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