Dienstag, 14. Oktober 2014

Drei Kinder - Ein Zimmer

Freitag Nacht haben wir hier ein neues Projekt gestartet. Mir ist zwar nicht langweilig, aber irgendwie dachte ich für dieses Projekt wäre es an der Zeit. (Die beiden anderen Male kam es nämlich viel früher zur Umsetzung: siehe hier und hier) Wir haben das Babybett ins Kinderzimmer geschoben und schlugen allen dreien vor: Ab heute schlaft ihr zusammen. Alle Beteiligten schauten ein bisschen blöd, aber das gab sich schnell.

Tolles Projekt übrigens. Die Vorbereitung war ganz leicht. Das Bett wiegt gar nichts und steht auf Parkettschonern. Rübergeschoben. Fertig. Die Durchführung allerdings, die hat es in sich. Die erste Nacht lief super. Alle freuten sich und waren aufgeregt und das führt ja bei Kindern selten, ganz selten dazu, dass sie Dinge annehmen, die ihnen die Erwachsenen sagen. Wir sagten: Schlaft gut und die Kinder schliefen bis halb fünf alle durch, dann stillte ich die Tochter kurz auf dem Schaukelstuhl und legte sie zurück in ihr Bett. Alle kamen später nacheinander raus. Nicht spät genug und nicht ganz alle. Aber naja. 

In die zweite Nacht starteten wir mit einer akuten Mittelohrentzündung und einem weinerlichen Kapitän (Spitzname von Kind P). In dieser Nacht schliefen er und ich erst gar nicht, bis er Schmerzmittel bekam und sich beruhigte. Dann schliefen alle ein bisschen, allerdings das Mittelohrkind ab da bei uns. Später wachte die Tochter auf und ich stillte sie. Gleichzeitig wurde Kind M wach und schlief auch nicht wieder ein. Ich legte mich dann zu ihm, um zu schlafen, aber er verlangte Kopfstreicheln und drohte mit Brüllen. Also gehorchte ich. Das ist bei ihm sowieso meistens besser. Er kann wie ein Sturm sein, den man in geduckter Haltung vorüberziehen lassen sollte. Nach einer halben Stunde hatte ich mich müde gestreichelt und das Kind offenbar wach. Ich gab auf, ging raus und die Nacht war nun beendet. Denn das wache Kind kam wenig später hinterhergetrippelt und sprach: Will nich mehr schlafen! Es war 5.15 Uhr. Ich widersprach nicht. Der Sturm!
Das Bild hat nichts mit dem Text zu tun.
Es befindet sich hier nur wegen seiner beruhigenden Wirkung.

Heute schlief das Mittelohrkind super, die Schmerzen scheinen nicht mehr ganz so schlimm zu sein. Aber Kind M fing um 23 Uhr an, wiederholt aus dem Zimmer zu tappen, und nach Wasser zu verlangen. Nach dreimaligem Aufstehen, Wasser organisieren, wieder ins Bett befördern gab ich auf und legte mich zu ihm. Diesmal konnte ich ihn zurück in den Schlaf langweilen. Aber ich kroch erst nach einer Stunde wieder in mein Bett und schlief nur mühselig wieder ein.

Eben, um 4.20 Uhr hab ich die Tochter zum Stillen rübergeholt. Die anderen beiden sind nicht wach geworden, aber bei mir war es mal wieder vorbei mit dem Schlaf.

Das Projekt läuft super, würde ich sagen. Nur an dem Schlaf müssen wir noch arbeiten. Falls ihr das mal nachmachen wollt, stelle ich euch gern ein paar Kinder zur Verfügung. Nur den Schlaf müsstet ihr selbst organisieren. Ich empfehle, das Projekt ausgeschlafen anzugehen.

Kommentare:

  1. "Er kann wie ein Sturm sein, den man vorbeiziehen lassen sollte." Dieser Satz ist so wunderbar <3
    Wünsche viel Schlaf und gesundete Kinderlein.

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  2. Da fehlte noch was, frau.tschiep

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  3. Ich finde immer wieder bewundernswert, wie du in allem noch das Positive sehen kannst. Bei uns war es übrigens umgekehrt: Wir trennten die Kinder, wo es ging. Jedes kam in seine eigenen kleine Box mit Vorhängeschloss.

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