Montag, 15. September 2014

Ich vermisse mein Baby

Heute Morgen war die Eingewöhnung von Kind A in der Krippe zu Ende. 
Das Ende kam sehr ruppig. Wie ich eben manchmal so bin. 

Ich stand ganz gemütlich viertel vor neun heute Morgen mit Kind A und Kind M an der Krippengruppentür und warf dann ganz lässig in die Runde: "So dann bis heut Nachmittag um drei!", denn irgendwie war ich mir nicht sicher, ob das nun die Uhrzeit sein sollte/durfte, an der ich meine Tochter abholen sollte/durfte. 
Am Freitag durfte sie bis zum Mittagessen bleiben und ich durfte gehen. Ich sage durfte, weil es ganz klar die Vorstellungen der Erzieherinnen sind, die das festlegen. Meine Kleine hatte null Probleme mit der Eingewöhnung. Ich saß vorher drei Tage lang auf dem Flur herum und twitterte mir die Finger wund. Aber gebraucht hat mein Baby mich nicht. Und wenn dann jedenfalls nicht auf dem Krippenflur. Denn erstens ist sie es durch vier Wochen bei Oma und Opa gewohnt, in anderen Händen zu sein und zweitens ist sie zu klein für echte Eingewöhnungsprobleme. 

Zurück zum ruppigen Ende aber. Die Antwort auf meine Verabschiedung kam prompt: 

Sie so: Entsetzte Blicke und ein "Aber nein, heute nur bis 14 Uhr!" 
(Kind M muss ich übrigens um 15 Uhr holen. Es macht sehr viel Sinn, das eine Kind um 14 Uhr und dann eine Stunde später mit dem einen Kind zurückzulatschen, um das andere Kind zu holen.) 

Ich so: Nein, das geht aber nicht. Wir haben am Freitag gesagt, dass sie heut voll bleiben kann und ich habe jetzt schon Termine und.....(ich habe sehr schnell und sehr hektisch geredet, um mein Stresslevel, die Überraschung und mein Entsetzen glaubwürdig rüberzubringen!). 

Sie so: Na, aber wir machen das immer gestaffelt. Heute wäre nur bis 14 Uhr und erst wenn das klappt, dann kann sie bis 15 Uhr bleiben! 

Ich so: Aber ich hab doch jetzt schon Termine und das hab ich am Freitag anders verstanden und...(noch mehr Hektik und ein wenig Schnappatmung, das zieht!)

Sie so: Achso? Haben Sie jetzt schon Termine? 

Ich so: Naja! Genau. Termine! (Letzteres betont und gestresst in die Gegend gekuckt.)

Sie so: Aber erreichbar sind Sie dann?

Ich so: Na klar bin ich erreichbar! Ich bin immer erreichbar! Aber was soll schon passieren? Was nicht vorher auch passieren kann? 

Sie: Ähm, naja, nichts. Aber wissen Sie, wir machen das doch immer so gestaffelt. Aber gut. Wenn Sie erreichbar sind. 

Ich so: Genau. So machen wir das. Danke. (Schnell losgehen, bevor sie es sich anders überlegen.)

Das war mein ruppiges Eingwöhnungsende. Das Kind, da gehe ich jede Wette ein, macht sowieso von 12.00 bis 14.30 Uhr Mittagsschlaf. Und ich habe leider keinen einzigen Termin.

Ich habe zwei Maschinen gewaschen und aufgehängt, die Küche gemacht, war Einkaufen, war im Buchladen und bin auch sonst nur rumgehetzt, aber nur, weil ich Angst habe, mich hinzusetzen. Jetzt mache ich mir gleich Mittagessen und habe es doch getan. Da überkommt es mich: Ich vermisse mein Baby. Ob ich sie doch um 14 Uhr hole? Sie fehlt mir so.

Kommentare:

  1. Die klassische gespaltene Persönlichkeit einer tollen Mutter :O)),
    liebe Grüße,
    Mara

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  2. Es ist doch schlimm, oder? Ich war stark und habe alle um drei geholt. Blutprofi sagt man auf ungarisch.

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