Montag, 8. September 2014

Ich stecke fest

Eigentlich bin ich voll die schlagfertige Type. Es gibt Situationen in meinem Leben da kann mir einfach keiner was. Und wenn es doch einer versucht, dann kriegt er verbal eins über die Rübe. 

Und dann gibt es Situationen, da bin ich so perplex und es trifft mich so dermaßen überraschend, dass ich mir selbst dabei zusehe, wie ich plötzlich total nett und verständnisvoll die abstrusesten Dinge abnicke und sage: „Ach natürlich! Kein Problem!”

Heute in der Krippe hatte ich wieder so ein Erlebnis. Ich brachte Kind M weg, es war so halb neun, und besprach mit der Erzieherin, dass ich Kind A heute noch nicht eingewöhnen wolle, weil wir so spät in der Nacht gekommen seien und ich viel zu tun hätte, was ich nicht schüffe, wenn ich da rumhinge. Daraufhin sie zu mir: 

Ich wollte Sie sowieso fragen, ob Sie für die Eingewöhnung immer erst halb zehn kommen können, weil ich jetzt bis halb zehn immer allein bin und mich dann nicht so gut um Ihre Tochter kümmern kann. (Ich zahle ab acht!)

Ich so, hm, na das is ja nich so dolle. Denn Kind P muss ich bis 8.30 Uhr abgeben, danach darf ich nur in Ausnahmefällen. Was mach ich dann die Stunde? Nochmal nach Hause mit zwei Kindern lohnt ja wohl auch gar nicht. Aber ich nickte, nickte, lächelte, nickte. Dachte so, hm vielleicht einkaufen...und dachte dann so... Haben die eigentlich ne Macke, was geht mich das an? Und nickte und lächelte...

Dann ging ich wieder und kam am Nachmittag wieder. Da sprach mich die andere Erzieherin an:

Ob es mir was ausmachen würde, Kind M wieder mitzunehmen in der Eingewöhnungsphase von Kind A (Er geht in die gleiche Einrichtung). Wenn ich jeden Tag Kind A mitnähme und ihn dalassen würde, davor hätten sie Angst. Ob das ginge.

Und ich lächelte und nickte und sagte: hm naja, das is ja nich so dolle, hm naja, lächelte und nickte und sagte, wir werden sehen, das wird schon. Und lächelte und nickte.

Und ich ging nach Hause und dachte: Wer hat jetzt eigentlich den größeren Knall? Die Krippe, weil sie solche Sachen von mir verlangen, während sie die 700 Euro Betreuungskosten für diesen Monat schon fröhlich abgebucht haben? Oder ich, weil ich da so bescheuert nicke. 

Und an dieser Stelle bin ich gedanklich stecken geblieben, während ich eigentlch das hier fühle: 

Kommentare:

  1. ???? Ich blicke ehrlich gesagt nicht so ganz durch, welches Kind jetzt überhaupt in der KiTa bleiben darf. Und das für 700€? Da müsste wohl doch noch ein klärendes Gespräch stattfinden.
    LG, Micha

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    1. Mein Sohn ist noch einen Monat da. Dann geht er auch in den Kindergarten, wie der Große. Die Kleine geht ab heute auch in die Krippe, wird aber ja erst eingewöhnt. Jetzt haben sie überraschend wenig Kinder in der Krippe und deswegen andere Personalzeiten. Und wenn ich in der Eingwöhnungszeit meine Tochter nach zwei Stunden oder so mitnehme, soll ich den Sohn auch mitnehmen, weil er das ja nicht versteht. Jetzt klarer? :-)

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  2. Ich hab das verstanden und mir geht es da wie dir. Die haben doch einen Knall! Deinem Sohn kannst du doch sicher erklären, warum du mit der Kleinen schon gehst und dass du ihn dann später abholen kommst?
    Und für morgens würde ich den Erzieherinnen einfach erklären, was das für dich bedeutet und sie vor die Wahl stellen, dass ihr entweder alle früh oder alle später kommt. Ich schätze, die stecken da in ihrer eigenen Welt fest und haben dabei nicht darüber nachgedacht, wie doof das für sich laufen würde.

    Ich kenne das übrigens auch, dieses "Na klar, kein Problem", bei dem ich mir hinterher vor die Stirn haue und mich frage, wie blöd ich eigentlich war? Gern auch in der KiTa meiner Kinder.

    Liebe Grüße,
    Mutter Pappelheim

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  3. In solchen Situationen habe ich mir den Satz "Da muss ich mir Gedanken zu machen" angewöhnt. Und die muss man sich ja tatsächlich machen. Denn sonst fühlt man sich ja nur überrumpelt und nur unzufrieden.
    Du bist ja diejenige, von der etwas gewollt wird. Ich würde mir überlegen "was will ich? Was ist für mich tragbar/was nicht ". Und das würde ich dann auch so mitteilen.
    Viele Grüße
    V

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  4. Resultiert wohl auch aus der Grunddankbarkeit, die man den Kinderbetreuern immer ganz selbstverständlich entgegen bringt. Man kann ja froh sein, wenn man überhaupt einen Platz hat! ;) Ist mir auch schon oft so gegangen...

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