Dienstag, 5. August 2014

Vor Glück weinen

Dies ist ein Post meiner #99FragenfürEltern Challenge. Wenn du nicht weißt, worum es dabei geht, hier entlang.

15. Wann haben Sie zuletzt vor Glück geweint?

Die Momente, in denen ich vor Glück geweint habe, kann ich an einer Hand abzählen. Wenn ich sehr lange nachdenke, finde ich vielleicht so viele, dass ich die zweite Hand dazu nehmen muss. Ich bin ein emotionaler Mensch und weine durchaus nicht selten. Nur eben ganz selten vor Glück. Nicht weil ich nicht glücklich genug bin oder zu wenig wahre Glücksmomente spüre, sondern weil weinen und Glück eben in der Hauptsache doch nicht für mich zusammen gehören. Ich habe es immer so empfunden, dass diese Dinge eigentlich nur aus Alternativlosigkeit zusammen kamen, denn in den meisten Momenten, in denen man so glücklich ist, dass man weint, wäre lautes Lachen unangebracht oder würde leicht hysterisch wirken. Man ist eben glücklich und man weint. Diese Dinge kommen manchmal zusammen. Das heißt für mich aber nicht, dass man in diesen Momenten glücklicher war als in anderen. Im Gegenteil. Die glücklichsten Momente meines Lebens waren rückblickend mitunter sehr ernste Momente. Da es aber bei der Frage um das Zusammenspiel geht, will ich so antworten, wie es sich gehört.

So habe ich zum Beispiel bei meiner Hochzeit vor Glück geweint. Ich war glücklich. Ich habe geweint. Geweint habe ich allerdings in Wirklichkeit, weil ich den Druck irgendwie ablassen musste, den die Aufregung in mir auslöste, den Moment zum Jasagen eventuell zu verpassen oder vielleicht nicht das richtige Wort zu finden. Ich war deswegen nicht weniger glücklich. Aber ich glaube, dass es viele Momente in meinem Leben gab - insbesondere mit meinem Mann - in denen ich ähnlich oder noch glücklicher war, aber nicht geweint hab. Dennoch hängt weinen und Glück manchmal eben doch irgendwie zusammen. 
Und so habe ich bei den Geburten meiner drei Kinder geweint und zuletzt habe ich bei der Geburt meiner Tochter im Januar geweint und war verdammt glücklich dabei. Die zweieinhalbstündige Blitzgeburt hat mich emotional völlig überrollt und ich war so wahnsinnig glücklich, meine Tochter nunmehr auf dem Bauch zu haben statt im Bauch. Und weil ich so glücklich war, sind mir weniger die Tränen in Erinnerung, die ich weinte, als es endlich soweit war, sondern vielmehr das breite Lächeln, das die Tränen begleitete und mit dem ich meine Tochter und meine Umgebung in den folgenden Stunden anstarrte.

Wer den Moment noch einmal nachlesen möchte, hier entlang.

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