Montag, 4. August 2014

In aller Ruhe

Dies ist ein Post meiner #99FragenfürEltern Challenge. Wenn du nicht weißt, worum es dabei geht, hier entlang.

Es geht heute weiter mit Frage 13.


13. Zu welcher Tageszeit macht Sie Ihre Familie am glücklichsten?

Ich bin eine Lerche. Ich stehe gern früh auf und gehe gern früh ins Bett. Mein Körper will das so. Leider bin ich, seit ich Kinder habe, manchmal dazu gezwungen, meinen Körper zu ignorieren und die Eule zu spielen. Nicht weil meine Kinder so lange aufbleiben, sondern weil Kinder scheinbar von Natur aus alle Lerchen sind (zumindest am Anfang, wenn sie noch ganz neu sind, dann scheint das wohl so zu sein, mit älteren Exemplaren kenne ich mich weniger aus) und ich deshalb, will ich auf ein paar Erwachsenenaktivitäten nicht verzichten, manchmal einfach länger aufbleiben muss. 
Das führt allerdings zum Problem. Denn ich kann deshalb ja nicht länger schlafen. Im Gegenteil. Seit die Kinder da sind, bin ich noch lerchiger als früher. Ich bin die Lerchen aller Lerchen. Was ich nämlich überhaupt nicht ausstehen kann, ist, wenn die Kinder vor mir wach werden. Ich bin nämlich nicht nur eine Lerche, sondern eine mit Dieselmotor. Auch wenn es manchmal so wirkt, als hätte ich einen Kickstarter, weil ich ganz plötzlich aus dem Bett springen kann, um zur Kaffeemaschine zu rennen, so ist das doch nur die Verzweiflung, die mich in diesem Moment umtreibt. Und die Hoffnung, der Kaffee würde bestimmt den Morgen retten. Was er meistens nicht mehr tut.

Seit einer Weile hat die Diesellerche in mir ein Problem: Denn seit ich drei Kinder hab, stehe ich sehr früh auf und gehe immer häufiger auch spät schlafen. Die Erklärung dafür liegt in der Antwort auf die obige Frage. Meine Familie macht mich zur Zeit am glücklichsten, wenn sie schläft. Das kann morgens sein. Das kann abends sein. Nur auf den Schlaf kommt es dabei an. Nicht weil ich meine Kinder nicht leiden kann und sie nur im Schlaf ertrage, sondern weil ich Zeit fürs Ich brauche.
Drei Kinder im Alter von dreieinhalb, zweieinhalb und sieben Monaten passen mit diesem Bedürfnis nicht immer zusammen. Alle drei haben noch Windeln (einer davon nur nachts). Alle drei ziehen sich nicht alleine an und nur nach Laune alleine aus. Alle drei lassen sich gern füttern - auf ihre ganz individuelle Art und Weise. Alle drei wollen beknutscht, bespaßt, bespielt, geliebt, geherzt, geknuddelt, gestreichelt, getragen, bekuschelt und besungen werden und eine immernoch im höchst individuellen Rhythmus gestillt werden. Und alle diese Aktivitäten und noch ein paar mehr seit ein paar Monaten von montags bis freitags nur von mir. Das fordert mich. Das verlangt mir viel ab. Das macht müde. Und es lässt wenig Raum fürs Ich.

Deswegen bin ich zur Zeit (ich bin mir sicher, dass sich das irgendwann ändern wird, aber jetzt ist es tatsächlich so) am glücklichsten in den Abend- und den frühen Morgenstunden. Wenn es ruhig ist, alle schlafen und ich in aller Ruhe einfach mal einen Haufen machen kann. Ich finde das eigentlich ganz nachvollziehbar. Habe aber doch manchmal ein schlechtes Gewissen. 

Kommentare:

  1. Ich finde das äußerst nachvollziehbar und habe großen Respekt vor dem, was du da leistest. Genieße die Ruhestunden, ohne schlechtes Gewissen!

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    1. Danke! Das gelingt leider nicht immer.

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  2. Oh ja das gleiche habe ich auch gestern noch gedacht: “Wenn sie schlafen, sind sie ja so süß“. Ein schlechtes Gewissen brauchst du wirklich nicht zu haben. Aber vielleicht tut es doch ganz gut, alle paar Tage mal früh schlafen zu gehen.
    LG, Micha

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  3. wie ich das nachfühlen kann!!!!!!!!!!!!!!!!!!! das ICH konnt nicht nur kurz, es geht eigentlich unter und es ist ein tägliches Wunder dass man das überlebt!!!
    Meine Kinder sind Kind1 ist fast 5, Kind 2 ist fast 3 1/2 und Kind3 ist 1,5 Jahre!!! ich weiß ganz genau wie sich das anfühlt!!!
    Respekt!!!
    LG Judy

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