Mittwoch, 27. August 2014

Ich kann ziemlich gut schreien.

Wer sich gefragt hat, warum ich mit meiner Challenge in den letzten Wochen nicht voran kam, dem sei erwidert: Ich bin zur Zeit mit den Kindern im Urlaub, die beiden Jungs entdecken ihre Autonomität und Kind A entdeckt, wie es sich anfühlt tage- oder wochenlang nicht zu schlafen. Und deswegen komme ich heute aus Gründen zu Frage:

67. Wie laut können Sie schreien?

Schülern habe ich einmal einen Feedbackbogen gegeben, in dem sie auf einer Skala von 1 bis 5 ankreuzen sollten, wie geduldig ich bin (1= wenig geduldig bis 5= sehr geduldig). Viele fragten mich beim Ausfüllen, ob sie die Skala um einige Stufen jenseits der 5 erweitern dürften. Ich hab das damals als Kompliment aufgefasst und die Kritik, die darin steckte, ignoriert. So wie ich das immer mit Schülerevaluationen mache. Und auch sonst bin ich eine gute Lehrerin. Aber kommen wir zum Wesentlichen. Mit meinen eigenen Kindern, das stelle ich leider schon jetzt oft fest und ärgere mich darüber (sie sind ja noch ziemlich klein), bin ich nicht ganz so geduldig. Und deshalb ist die Antwort auf obige Frage: Ich kann ziemlich laut schreien. Aber bis auf Heiserkeit hatte das noch nie irgendwelche Effekte. 

Bei Schülern schreie ich eigentlich nie. Nicht nur eigentlich. Ich schreie nicht. Dort hat die Taktik - wenn alle laut sind, werde ich leiser - eigentlich bei mir immer funktioniert. Aber hier zu Haus? Kind P und Kind M sind seit kurzem autonom. Und zwar mit voller Wucht. Das könnte Vorteile haben: Zum Beispiel, dass sie sich alleine anziehen, alleine ausziehen und alles mögliche andere alleine machen. Es hat aber zur Zeit meistens Nachteile, weil sie zwischen den Entscheidungen des Lebens hin- und herschwanken wie ein Blatt im Wind. 
Ich will Banane, ich will keine Banane, 
ich will zu Oma, ich will nicht zu Oma, 
ich will das alleine machen, nein du sollst mir helfen, nicht HELFEN MAMAAAA!! Bitte hilf doch Mama!! Nicht helfen MAMA!!!!! Hilf doch EINFACH MAMAAAAA! Wenn ich an irgendeiner Stelle helfe oder eben nicht helfe, die Kinder zur Oma bringe oder eben nicht zur Oma bringe, dann werden die Jungs laut. 137 Mal am Tag. Und dann kann ich gar nicht umhin, als ab und zu auch mal alles rauszubrüllen. Gestern war so ein Tag. Da haben die Jungs mittags nicht geschlafen und waren dann am Nachmittag in Topform. Sie haben gebrüllt, ich habe gebrüllt, dann hat die Kleine gebrüllt und als wir alle auf einem Brülllevel waren, haben wir tief durchgeatmet, mit dem Schwachsinn aufgehört und uns zusammen mit kalter Pflaumensuppe abgekühlt. 



Gleich danach habe ich die Jungs zum Brüllen zu Oma und Opa geschickt. Die sind ein wenig schwerhörig, da fällt es nicht ganz so auf. Und heute ist eben wieder ein neuer Tag. Ein bisschen heiser bin ich schon wieder. Aber ich bessere mich. Versprochen. 

Dies ist ein Post meiner #99FragenfürEltern Challenge. Wenn du nicht weißt, worum es dabei geht, hier entlang.

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