Donnerstag, 10. Juli 2014

Wie aus mir eine Tragemama wurde

Ich bin der Ansicht, Babys, auch wenn sie noch ganz klein sind, sind in einem Kinderwagen ganz gut aufgehoben. Ich kenne alle Argumente fürs Tragen, bin aber trotzdem nie eine richtige Tragemama gewesen für meine beiden Jungs. Ich hatte natürlich trotzdem eine Manduca und ein Didymos Tragetuch. Aber beide habe ich nur ganz sporadisch genutzt.


Nun, was soll ich sagen, manchmal ändern sich die Dinge. Es ist der 10. Juli 2014, meine Tochter ist nun fast sechs Monate alt und ich trage sie seit einer Weile nur noch herum. Warum? Nicht etwa, weil sie das möchte und die anderen beiden hatten dieses Bedürfnis nicht. Auch nicht weil ich inzwischen über noch bessere Informationen zum Tragen von Babys verfüge. Und erst recht nicht, weil ich es nun endlich richtig machen will beim dritten Kind. Nein. Ich bin für Kind A eine Tragemama einzig und allein deshalb, weil es ganz oft gar nicht anders geht. Kind P ist nun dreieinhalb Jahre alt, Kind M genau zweieinhalb. Beide fahren Laufrad, sind auch gut zu Fuß. Das Problem: Beide sind in einer lang ausgedehnten Trotzphase. Einer schlimmer als der andere. Man kann also nie wissen, wann einen der Jungen gerade eine unüberwindbare Beinschwäche überkommt. Und es ist natürlich so, dass diese Schwäche häufig relativ zügig auch den anderen befällt. Man kann das natürlich durch geduldiges Ein- und Ausatmen jedes Mal abwarten, was langfristig die bessere Strategie ist. Aber es gibt einfach Momente, in denen es schnell gehen muss. 
Außerdem stehen beide in so ausgeprägter Konkurrenz zueinander, dass sie häufig völlig rot sehen, wenn sie einen Wettkampf starten, was sich in stark vermindertem Hörvermögen äußert, welches sowieso schon nicht so dolle ist, aus verschiedenen Gründen.
Und schließlich sind beide noch klein. Ich meine, man kann nicht erwarten, dass sie immer funktionieren, so wie man das selbst gerade will. Die Notlösung für mich ist in solchen Momenten der Wagen.
Und so kommt es, dass ich neuerdings mit dem Fahrradanhänger unterwegs bin und Kind A trage. Die Jungen fahren Laufrad und wenn sie nicht mehr können, dann darf sich auch mal einer reinsetzen. Oder wenn sie zum wiederholten Male meine Verkehrserziehungshinweise ignorieren, dürfen sie sich auch mal für eine kleine Laufradpause reinsetzen. Außerdem hab ich in dem Anhänger alles, was ich sonst noch brauche: Getränke, Taschentücher, Snacks, Decken, Stoffwindeln, Wechselwäsche, und tausend andere Kleinigkeiten, die sich in seinen Untiefen ansammeln. Und was soll ich euch sagen: Meistens ist da gar kein Platz für Kind A. Also hab ich sie in der Trage und schleppe sie rum. So hab ich die Hände und den Anhänger frei für meine Trotzköpfe und sie ist nicht der Sonne ausgesetzt. Zudem hat es den Vorteil, dass sie immer zufrieden ist. So sehr, dass sie wegdöst. Kann also so falsch nicht sein, das mit dem Tragen. Die anderen beiden haben dann einfach Pech gehabt, dass sie keine zwei größeren Brüder hatten, die es offenbar brauchte, um aus mir eine Tragemama zu machen. 
Im Übrigen gebe ich an dieser Stelle Auskunft, wenn ich durchs Tragen eine verwöhnte Prinzessin aus ihr gemacht hab.

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