Montag, 21. Juli 2014

Trotz und wegen meiner drei Kinder

Dies ist der erste Post meiner #99FragenfürEltern Challenge. Wenn du nicht weißt, worum es dabei geht, hier entlang.


Die erste Frage scheint auf den ersten Blick ganz einfach. Eine simple Entscheidungsfrage.

Geht es Ihnen gut?

Ja, es geht mir gut. Es geht mir sogar sehr gut. Und dennoch folgt an dieser Stelle ein Aber, das wundervoll zusammengefasst in diesem tweet steckt, der mir neulich über den Weg lief und ausdrückt, was mir auch schon eine Weile durch den Kopf geht.

Ich bin gern allein. Ich war schon immer gern allein und ich habe überhaupt kein Problem damit, allein zu sein. Ich habe es gern ruhig. Ich mag keine laute Musik. Musik höre ich überhaupt nur gern, wenn ich genau nur das tun kann, nämlich Musik hören. Sobald eine andere Tätigkeit dazu kommt, nervt mich Musik. Ich kann Partys nicht leiden, auf denen man sich nicht unterhalten kann, weil es so laut ist, dass man sein Gegenüber nicht hört. Ich mag Gespräche nicht, die nur dem small talk dienen und nie auch nur eine leise Chance haben, in die Tiefe zu gehen. Ich pflege nicht gern Kontakte, nur um Kontakte zu pflegen und ich kann wunderbar das ganze Wochenende mit Büchern und Kaffee auf dem Sessel verbringen, ohne das Gefühl zu haben, ich hätte was verpasst. Ich muss nicht raus und ich muss nicht dauernd was erleben. Und was ich schon überhaupt nicht muss, ist auf die Piste zu gehen.

Nun gibt es aus dieser Liste einige Dinge, die mit der Tatsache, dass ich nun, mit 34 plötzlich drei kleine Kinder habe, irgendwie kollidieren. Aber es gibt eben auch genauso viele, die ganz wunderbar von Vorteil sind. 
Allein bin ich nicht mehr viel, das stimmt. Die Kinder folgen mir aufs Klo, in die Dusche, ins Bett, in die Badewanne. Ich kann nicht allein Kaffee trinken, nicht allein essen, nicht allein lesen, nicht allein duschen und schon gar nicht allein kacken. ABER ich habe eine fantastische Ausrede, nicht mehr auf Partys zu müssen. Die Kinder, wissen Sie.....
Ich habe nur noch selten Zeit für tiefgründige Gespräche. Wenn die Kinder dabei sind, muss ich froh sein über jeden Satz, den ich beenden kann, bevor ich den Gedanken für immer verloren hab. Aber ich kann nun bei den kleinsten Anzeichen von small talk das Gespräch auf meine Kinder umlenken, und habe dann wenigstens das Gefühl, ich hätte was zu sagen. Das interessiert zwar niemanden mehr als das Wetter, aber das interessiert nun mich wieder weniger. Neulich, wissen Sie, hat mein Sohn....

Ich bin gern allein und ich habe gern viele Kinder. Ich hätte nicht gedacht, dass das zusammenpasst. Aber es passt. Und genau deshalb fällt mir die Antwort auf die Frage so leicht: JA. Es geht mir gut. Trotz und wegen meiner drei Kinder.

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