Mittwoch, 9. Juli 2014

Mal wieder so ein Urlaubstag

Heute ist mal wieder so ein Urlaubstag. Das Wiedereinstellungsdrama hat Pause. Meinen Senf hab ich schriftlich eingereicht per Fax und warte nun auf den nächsten Teil. In der Zwischenzeit kann ich ja auch genauso gut Urlaub machen. Heute lief das bisher so ab:

Morgens 6.10 Uhr wunderte ich mich noch, warum sich niemand rührt. Die Jungs waren schließlich schon 20 Uhr eingeschlafen, das führt meistens zu Aufwachzeiten zwischen fünf und fünf Uhr dreißig. Aber kurze Zeit später waren alle wach und der Urlaubstag konnte beginnen.
So sah er aus:
6.45 Uhr Baby stillen. Da die Jungs schon wach sind und sie bespielen, schläft sie nicht mehr ein. Ohne Fernseher komme ich nicht aus, denn der Vorschlag der Jungs ist, mit Besen und Schrubber Gegenstände von Regalen zu holen.
7.00 Uhr Brötchen schmieren und essen. Ich verwechsele Honig mit Marmelade. Es macht sich Unzufriedenheit breit. Kind M brüllt eine Viertelstunde „N-E-I-N!!!!!" Kind P brüllt Kind M an: „Fejezd be a sírást!!" (Hör auf zu weinen!). Der Saal bebt.

Nach dem Frühstück entdecken die Jungs, dass man mit Kreide auch Wände und Möbel anmalen kann und gehen gerade zu den Außenrollos über als ich aus der Dusche komme. 
Ich habe Angst vor weiteren Zerstörungen, muss aber noch Fahrrad und Anhänger zusammen schrauben und  parke sie deshalb erneut vor dem Fernseher.
Baby A ist sehr unzufrieden mit der Gesamtsituation und ich versuche sie doch nochmal zu stillen. Vielleicht schläft sie ja. Versuch geht schief. Sie trinkt eine Weile, liegt aber danach weiter mit schlechter Laune rum. Es ist 7.45 Uhr. Ich packe die Sachen für eine einfache Radtour. Joggingrad vom Anhänger ab, Anhänger ans Rad, Geld, Handy, Schnuller, Trage...Mittendrin ruft Kind P: „Mama- Popo sauber machen!!" Als ich komme, wischt er sich gerade seinen Allerwertesten mit meinem Duschhandtuch ab, das noch auf dem Hocker im Bad lag, weil ich zuvor wegen der Kreide aus dem Bad gestürmt war. Ich interveniere, mache Popo sauber wie es sich für Popo gehört und packe weiter. 
Dann Zähneputzen für alle und anziehen. Keiner zieht sich hier alleine an. Alle strecken mir lieber ihre Hessen entgegen. Es sei denn natürlich, es ist eilig.

8.10 Uhr. Alle angezogen, nun Helm aufsetzen. Streit bricht los, wer darf oben auf den Gepäckträger, wer muss zu Kind A in den Anhänger. Unzufriedenheit again. Als ich versuche zu schlichten, misslingt dies, Kind P schubst das Fahrrad um, es fällt auf Kind M. Noch mehr Unzufriedenheit. Kind A will überhaupt nicht Fahrrad fahren, fügt sich aber. 

8.20 Uhr Abfahrt. Wir wollen zum See, Enten füttern und Brei für Kind A kaufen, weil ich hier leider nicht zum Kochen komme. Ach. Und einen Helm für Kind P.

8.25 Uhr erster Halt bei den Großeltern. Brot abholen. Das haben wir nämlich nicht. Die Kinder wollen bleiben, das geht aber nicht, weil beide gerade auf dem Weg zum Arzt sind. Wieder leichte Unzufriedenheit.

8.30 Uhr Abfahrt, alle kurz glücklich. Huiiiii, der Fahrtwind.

8.35 Uhr Ankunft Ententeich. Aus Entenfüttern wird innerhalb von sieben Minuten Entenjagen. Wir brechen ab und fahren zum Spielplatz.

9.00 Uhr Auf dem Spielplatz große Zufriedenheit. Kind A liegt im Anhänger und strahlt glücklich den Baum an und die anderen beiden toben. Ich merke, dass ich Hunger und Durst habe und dass ich auch für die Kinder bald was brauche. 


9.20 Uhr eine Kitagruppe kommt an. Meine Jungs kommen verschüchtert an: „Wolln wa losgehen?"
Also alle wieder rauf, wieder Streit wegen der Platzverteilung während ich überlege, wie ich ohne den großen Berg in die Innenstadt komme. 
Kind A schreit. Ist müde. Will schlafen. Nicht im Anhänger. Baum ist auch weg.

9.45 Uhr Fahrradladen. Wir wollen einen Helm für Kind P kaufen. Kind A kommt in die Trage. Die Jungs an die Hand. Sie wollen jedes Fahrrad im Geschäft ausprobieren. Ich habe nun keine Hand mehr frei. Kind P will den rosa Helm. Kind M will einen neuen Helm und schmeißt seinen alten in die Ecke. Die Situation eskaliert. Nein, ich brauche keine Hilfe.

Ich bitte den Fahrradladenbesitzer auf meinen Anhänger aufzupassen, während ich mit den Jungs den Brei kaufen gehe. Es ist kurz vor zehn. Wir sind im Rossmann und die Jungs schaufeln sich Apfelsaft und Müsliriegel in die Körbe. Den restlichen Ladeninhalt wollen sie auch mitnehmen, aber mit Armeeton kann ich sie davon abhalten. Sie wollen gleich trinken, gleich essen. Nicht bezahlen. Wie Kinder halt. Ich schwitze. Das siebte Mal heute. Wir gehen raus, ich kann mit Baby in der Trage nicht schnell genug Riegel auswickeln, Saft öffnen, Brei eintüten. Kind M wirft sich hin. Brüllt. Ich warte, atme ein, atme aus und ignoriere die Blicke.

Wir gehen weiter. Zum Fahrrad.
Dann merke ich, wie knalleheiß es ist und dass ich keine Sonnencreme hab. Ich steige aufs Rad und rase zurück zum Ferienhaus. Kind A schreit. Sie war in der Trage eingeschlafen. Jetzt liegt sie schon wieder in diesem dämlichen Anhänger. Und Kind M klaut ihr auch nochden Schnuller. 1 km vor dem Ferienhaus schreien alle Kinder im Anhänger. 

10.20 Uhr Ankunft Ferienhaus. Ich habe 7 km mit Anhänger in den Beinen und Kopfschmerzen. Kind A muss gestillt werden, die anderen beiden wollen weiter Wände mit Kreide bemalen. 

Elf Uhr verlassen wir das Haus, die Jungs brauchen Bewegung. Anhänger umbauen, Laufräder raus und los. Kind A schläft in der Trage. Bis 12 Uhr schlagen wir Zeit tot - ich bin im Eimer von der Radtour - und dann gehen wir essen. Na und was soll ich sagen, mit zwei kleinen Kindern und einem Baby essen gehen, da macht man selbst auch alles, bloß nicht essen.
Jetzt schlafen hier alle. Und ich wünschte ein ganz kleines bisschen, es wäre schon Nachtschlaf. Aber ich habe noch einen ganzen langen Nachmittag Urlaub!

1 Kommentar:

  1. Wenigstens scheint bei euch die Sonne ;-), schlimmer geht immer!
    LG, Micha

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