Dienstag, 8. Juli 2014

In den Fünfzigern bin ich falsch

Heute Vormittag war ich kurz auf Zeitreise in den Fünfzigern. Und seitdem finde ich den Weg zurück in die Zukunft nicht.
„Wollen Sie nicht noch zu Hause bleiben? Verdient Ihr Mann nicht genug?" Fragen, denen ich mich heute stellen musste.
Wiedereinstellungsdrama Runde zwei.

Ich möchte arbeiten. Das Land will auch, dass ich arbeite. Am liebsten aber soll ich meine Arbeitskraft am Herd einsetzen. Da wird sie derzeit dringender benötigt. Meine Examensnote von 1,3 spiele bei der Einstellung auch keine Rolle, sagte man mir. Wie viel mein Mann verdient aber schon.

Ich bin mir der Schwierigkeit der Stellenverteilung und -organisation im Schulwesen durchaus bewusst. Aber ich glaube nicht, dass es deswegen nötig ist,  so derart in die Vergangenheit zu reisen. 

Ich möchte sie nicht hören solche Sätze.
Ich möchte mich nicht rechtfertigen müssen, dass ich arbeiten will. 
Ich möchte nicht den Ratschlag bekommen, lieber noch ein bisschen zu Haus zu bleiben und mich um meine Kinder zu kümmern. Als kümmerte ich mich nicht um sie, wenn ich arbeiten gehe.
Ich möchte auch nicht, dass man mir sagt, dass ich mit drei kleinen Kindern do ch häufig fehlen würde und dass das ein Problem sei. 
Ich möchte nicht, dass Kinder ein Problem sind. Weder für mich noch für die Gesellschaft.
Ich möchte gern arbeiten und meine Arbeitskraft ist durchaus was wert. Es geht nicht darum, mir eine Beschäftigungstherapie zu organisieren. 

Die Situation: das Arbeitsangebot steht. Ich kann es annehmen und jeden Tag 75 km (einfach) pendeln. Denn ein Umzug kommt nicht in Frage. Auf Krippenplätze meldet man sich an, wenn man schwanger ist, nicht zwei Monate vorher. Ich kann es ablehnen mit Widerspruch. Und ich kann zu Hause bleiben. 

Ich denke, das mach ich nun auch. Und ich werde die Zeit wohl nutzen, um über eine Verlagerung desselben nachzudenken. Denn in den Fünfzigern bin ich nun echt falsch.



Kommentare:

  1. Hallo , das mit dem Pendeln ist ja Blöd, aber manchmal geht es nicht anders. Ich würde mir da Gedanken machen das ich nicht schnell genug da wäre wenn etwas ist. Gibt es denn kein Stellenangebot in der Nähe und man muss ja nicht voll arbeiten als Mama, schafft man ja auch gar nicht, die die Kinder wollen am Nachmittag ja noch was von der Mama haben. Du kannst dich den Krippenplatz trotzdem annehmen auch wenn du noch nicht arbeiten gehst, und vielleicht etwas von zu Hause aus arbeiten, gut das geht leider nicht in jedem Job. Ich bin auch momentan zu Haus, mache ein Fernstudium, ganz in Ruhe und arbeite im HomeOffice und deswegen geht unser Sohn auch trotzdem in die Betreuung, sonst würde ich ja zu nichts kommen auch wenn ich NUR zu Hause bin, mach die nicht so ein Kopf und setz dich nicht unter Druck. Wenn du unbedingt arbeiten möchtest dann lässt sich doch auch eine Alternative finden , liebe Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hast du in diesem Post den Absatz mit dem "Ich möchte nicht den Ratschlag bekommen, lieber noch ein bißchen zuhause zu bleiben und mich um meine Kinder zu kümmern" nicht gelesen ?!?

      Löschen
  2. Na hab ich doch gar nicht geschrieben und deswegen meinte ich ja man kann den Betreuungsplatz auf jeden Fall annehmen. Nur weil man noch nicht wieder arbeiten geht, muss man die Kinder doch nicht den ganzen Tag bei sich zuhause lassen. Hab dann leider erst später gelesen das Du Lehrerin und deswegen auch Beamte bist. Da gibt es dann natürlich nicht viele Alternativen. Dann heißt es wohl durchsetzen.
    Gib nichts auf das was andere sagen und steig einfach in den Beruf wieder ein. Wenn Du glücklich bist dann sind es deine Kinder auch. War in meinem ersten Kommentar nur ein Vorschlag (Kinder in Betreuung und von zuhause aus arbeiten) da du das mit dem Pendeln geschrieben hast.

    AntwortenLöschen