Mittwoch, 2. Juli 2014

Erholung is anders.

Ich schrieb ja hier neulich, dass ich mich von der Anreise erholen müsste. Inzwischen weiß ich, dass ich das wohl auf nach den Urlaub verschieben muss. Denn hier gibt's alles, bloß eben keine Erholung. Ein kleiner Einblick in meinen Vormittag heute mag das ein wenig genauer zeigen.

Mein Tag begann um fünf. Ich wachte auf nach 3 x 2 Stunden Schlaf, unterbrochen von Stillphasen, von einem kreischenden Sohn. Welcher weiß ich nicht mehr. Ist auch nicht so wichtig, denn ziemlich zeitnah fing auch der andere an. Den Babyschlaf konnte ich retten, indem ich sofort aufsprang und zu den Jungs rannte. Puls sofort von 70 auf 140. Ihr kennt das.
Ich machte einen auf freundlich und sagte „Guten Morgen", da schaute ich auf die Uhr und sah, dass es fünf Uhr war. Nachdem gestern erst halb zehn Ruhe war, ging mein Puls gleich noch 20 Schläge höher und ich scheuchte die Jungs zurück, legte mich dazu und sagte „Gute Nacht!"
Kind P hatte aber schon beim Toilettengang die nächtliche Windel weggeschleudert und lag nun ohne neben mir im Bett. ‘Wollen wir wetten, dass ich nachher nasses Bettzeug hab?’, dachte ich. Ich will nicht verraten, wie es ausging. Nur soviel: Ich bin gut im Denken. 

Wir versuchten das mit dem Schlafen eine Stunde und scheiterten. Dann wachte Baby A auf. Das war das Signal für die offizielle Aufgabe. Also doch wieder „Guten Morgen!" Und aufstehen.

Ich hatte Brötchen bestellt, aber nicht bedacht, dass die zu normalmenschlichen Zeiten kommen. So warteten wir dann bis 7.56 auf's Frühstück. Kein Problem. Nur alle zwei Minuten: Frühstück essen? Frühstück essen? Frühstück? Und jetzt? Frühstück essen? MAMAAAA!!!!

Honigbrötchen waren um 8.10 verschlungen, um 8.15 Uhr setzte der Zuckerschock ein. Wer das kennt, weiß, dann muss alles ganz schnell gehen, sonst leidet die Mutter-Kind-Beziehung mächtig. Plötzlich stand ich dann auf dem Spielplatz bei 12 Grad mit einer kurzärmeligen Bluse. Ich muss sagen, ich war froh, dass mich meine Tochter in der Trage vollschwitzte.

Auf dem Spielplatz dann beide Jungs aufs Klettergerüst, rauf ging gut, runter so: „Mamaaaaa, helfen!" Ich saß aber stillend auf der Sonnenliege rum, denn Kind A kann mit Honigbrötchen noch nicht so. Also aufstehen, dem Sohn helfen, wieder hinsetzen, die Tochter anlegen, da klettert der wieder rauf: „Mamaaaa, helfen!!"
Spielplatzbesuch beenden, Spazieren zum See, eine Schwanfamilie vor meinen kreischenden Söhnen beschützen. Nach Hause, Spielzeug auspacken. 

Danach alle zwei Sekunden: „Mamaaaa, Wo is mein Ball???" Ich habe das Spielzeug als Kind geliebt. Heute habe ich es hassen gelernt.
Dann Kind füttern, weiter Bälle suchen.
Mittagessen zusammenrühren, verfüttern,    alle bettfertig machen und dann die größte aller Künste: die Jungs in ihrem Zimmer zum Schlafen anhalten: „Jetzt schlaft endlich, ihr Banditen!!!" Und die Kleine gleichzeitig in dem anderen Zimmer einschlafstillen. In zwei Zimmern gleichzeitig kann ich.
Jetzt schlafen überraschenderweise alle.

Unsere Bilanz:
Verloren:       1 Schaufel, 1 Harke, 1 Ball

Verschmutzt: 5 Windeln, 3 Hosen, zwei T-shirts, 2 Paar Socken, 3 Lätzchen, zwei Handtücher, 1 Küche, 1 Flur

Vergeigt:        1 harmonisches Frühstück („Mamaaa, ich will links!!! Mama, das is nicht das linke Brötchen!!!!")

Verhauen:       Dreimal haben sich die        Jungs gegenseitig und einmal haben sie zusammen einen anderen Jungen verhauen.

Verrannt:       Pädagogisch habe ich mich heute wieder mehrfach verrannt. Und es ist noch nicht mal zwei. 


Um den Vormittag in Kinderbuchsprech zusammenzufassen: Ohjemine.

Kommentare:

  1. Im Urlaub scheint manches noch anstrengender zu sein als zuhause. Hoffe, dass die gute uckermärkische Landluft wenigstens diese Nacht für einen tiefen Schlaf sorgt.
    LG, Micha

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    1. Danke für diesen Wunsch! Das hat was gebracht, so richtig! Heute hat die Kleine das erste Mal sieben Stunden durchgeschlafen.

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