Mittwoch, 11. Juni 2014

Mit AllesEsser-Kindern kann man besser angeben

Ein Kind isst alles. Ein Kind isst alles nicht. Zumindest stellt sich dieses Gefühl ein, wenn man nach einem Allesesser plötzlich ein Kind am Tisch zu sitzen hat, das nur Wurst, Nudeln, Ketchup und Süßigkeiten isst und Mittagessen nahezu grundsätzlich ablehnt, wenn es nicht aus Einzelkomponenten besteht, von denen jede fein säuberlich von den anderen trennbar und nur dadurch überhaupt genießbar wird. So zum Beispiel Nur-Kartoffeln bei Kartoffeln-Fleisch-Gemüse-Gerichten oder nur ...nein, das war's eigentlich schon mit den Varianten.

Es beschleicht mich das leise Gefühl, dass das nun meine Schuld ist. Wie das so ist bei Müttern. So wie es mein Verdienst ist, dass ein Kind alles isst, ist es meine Schuld, dass ein Kind alles nicht isst. Und weil diese Rechnung so milchmädchenmäßig daher kommt, habe ich natürlich auch noch Beweise für beides. Das eine Kind war 18 Monate daheim. Das eine Kind ging mit 8 Monaten in die Krippe. Das eine Kind wurde über ein Jahr gestillt. Das eine Kind nur neun Monate. Und jetzt kann man sich an einem Finger abzählen, welches das eine und welches das eine Kind ist.

Heute hat das AllesnichtEsser-Kind (Das AllesEsser-Kind ist im Kindergarten und isst zur Zeit dort alles) das hier abgelehnt: 

Und zwar komplett. Nicht mal kosten. Kucken. Bähhhh. Wegschieben.
Spätzle mit frischen Champignons. Erst dachte ich noch, er lehnt nur die Petersilie ab. Weil grün. Und grün=igitt. Aber auch die petersilienfreie Version schleuderte er mir im übertragenen Sinne um die Ohren. Und ich durfte mich bedanken, dass es nicht im wörtlichen Sinne war. Denn auch das kam schon vor (Da war es Gulaschsuppe). Und was mach ich jetzt? Er muss ja nicht alles essen. Aber ein bisschen mehr Auswahl dürfte es schon sein. Eine kleine Nudel unter den Ketchup vielleicht. Oder ein bisschen Brot unter die Butter. Wenn ich ehrlich bin, wäre ich auch nicht so traurig, wenn er einfach wieder alles essen würde. Mit AllesEsserKindern kann man immer so herrlich angeben: 
-Mein Kind ist so mäkelig.
Echt? MEIN Kind isst Alles. 
- Boah, echt? Mein Kind isst nur Nudeln mit Ketchup. Und Brot.
Mein Kind ist ECHT Alles.
- Echt?
Ich könnte den Dialog fortsetzen, aber das überlass ich euch (ganz viel ECHT und MEIN und ALLES einbauen). Ich kümmere mich währenddessen um die Nachmittagsmahlzeit: Erdbeeren mit Schlagsahne. Die essen hier alle gern.

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