Dienstag, 17. Juni 2014

Angekommen in dieser Welt

Mein Mädchen ist gestern 5 Monate alt geworden. F-Ü-N-F Monate. Nun sind diese Monatsgeburtstage etwas, das sowieso viele müde belächeln, vor allem diejenigen welchen, die mit Kindern erst was anfangen können, wenn diese zu ihnen sagen können: "Kannst du mir mal bitte KiKa einschalten?" Für mich sind diese Tage dennoch wichtig. Denn sie erinnern mich daran, einen Moment innezuhalten und zurückzuschauen. Kind A ist in dieser Zeit zu einem waschechten Baby geworden. 

Ich muss nun kein Angst mehr haben, dass sie in der Mitte durchbricht (die zwei Kinder zuvor haben mich im Umgang mit Neugeborenen nicht lässiger werden lassen), und man kann auch mal etwas wilder mit ihr herumtoben. Sie wiegt jetzt knapp sieben Kilo und ist so 68 cm groß (die zwei Kinder zuvor haben mich dagegen durchaus entspannter werden lassen, was die Größenverhältnisse von Babys angeht, deshalb weiß ich keine exakten Zahlen). Ihre Augen sind so groß und blau wie die von Kind P und ihr Gesicht ist so rund und knuffig wie das von Kind M. Sie ist ein absoluter Sonnenschein, wenn sie nicht gerade:
- Zwiebeln
- Knoblauch
- Möhren
- Curry
- Chili
- Tomaten
- Orangensaft
- Ananas
- Champignons (ohweh, Champignons)
- Kohlrabi
oder die meisten anderen Lebensmittel per Muttermilch bekommt. Denn dann pupst sie. Und das kann sie offenbar noch nicht ganz so genießen wie ihre zwei großen Brüder.
Wenn sie aber nicht gerade mit dem Verarbeiten von Milch zu tun hat - zur Zeit hat sie seit eins, zwei Wochen mal wieder so einen unbändigen Hunger, dass das nicht besonders oft ist - ist sie ein Strahlebaby und lacht unheimlich viel. 

Und sonst?
....ich müsste sie etwas weniger vor ihren Brüdern beschützen, denn sie sind ausnahmslos vorsichtig und zärtlich im Umgang mit ihr und mein Gluckengehabe macht sie bloß nervös. Kind A ist jedes Mal verzückt, wenn einer von ihnen sich mit ihr beschäftigt.
...sie möchte schon so unbedingt gerne losmachen. Den lieben langen Tag springen da zwei Jungs vor ihr herum und man merkt ihr an, wie gerne sie mitmachen würde. Mittendrin statt nur ....
....sie schläft immernoch bei uns im Bett. Nicht im Zimmer. Im Bett. Eigentlich soll sie vor September ins Kinderzimmer umziehen. Zwei Kinder (3 und 2) und ein Baby in einem Zimmer? Ob das gut geht? Wir wollen es versuchen. Es sieht im Moment nicht so aus, als ob eine Wohnraumvergrößerung eine Alternative ist. Wenn er hier es mit sechs Kindern auf 93 qm schafft, schaffen wir es mit dreien auf 75. Unser Bett kann allerdings nicht in die Küche. Da ist kein Platz.
...sie hat vor zwei Tagen mit Beikost begonnen, zeigte sich aber noch ziemlich desinteressiert. 

Und ich? Ich bin so froh, dass ich sie hab, das lässt sich schlecht in Worte fassen. Es waren fünf anstrengende Monate. Ich habe ein paar graue Haare mehr, einige Fältchen sind tiefer geworden und ich kann jetzt noch besser mit wenig Nachtschlaf umgehen. Aber ich bin auch ruhiger geworden. Irgendwie angekommen. Da wo ich sein will. Denn mein Mädchen ist endgültig angekommen in der Welt.

Kommentare:

  1. Das klingt wunderschön! :)
    Ich finde ja Dreikindfamilien einfach total super. ;)

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  2. :) Toll geschrieben, und spricht mir sowieso aus der Seele...denn auch mein Dicker wird ganz bald 5 Monate sein. Ich bin erstaunt, wieviel eine so kurze Zeit doch ausmacht...wenn man die Lütten mal rückblickend zu ihrem 1. Monat betrachtet....
    Nur eines kann ich leider nicht behaupten...dass ich ruhiger geworden bin...bin eher ein nervöses Hemd...aber das eher wegen der Gesamtsituation, vorallem gesundheitlich... Aber auch das wird irgendwann...hoffe ich ;-)

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