Donnerstag, 15. Mai 2014

On oder off oder irgendwo dazwischen

Ich bin jetzt bei Twitter. 

Seit zwei Wochen.

Ich glaube, es stimmt, was alle sagen.

Das wirkt sich auf die Fähigkeit aus, längere, zusammenhängende Texte zu konstruieren.

Es fällt mir zunehmend schwerer.

Twitter ist ja inzwischen ein alter Hut. Und ich glaubte zu wissen, wie er sich trägt.

Blödsinn.

Man muss es ausprobieren, um es wirklich zu kennen, das Twittergefühl.

Ich hab es jetzt zwei Wochen versucht. Getweetet, was das Zeug hält.

Und Follower gesammelt. 

Und immer an die 140 Zeichen gehalten. Was zunehmend leichter fiel. Denn ziemlich schnell fängt man an, 

die Situationen des Alltags nach Tweet-Potential zu durchleuchten. 

Ich bin auch wieder viel zu naiv da rein geschlittert. Ich hab gedacht, ich mach einfach mal. 

Jetzt sind zwei Wochen um und ich hab das Gefühl, ich muss abschalten. 

Das Suchtpotential scheint mir einfach zu groß. Zum Nachdenken hat mich vor allem dieser Text hier bei buntraum.at gebracht. Und vorher schon dieses Video:





Die Ironie dessen, auf dem Handy ein Video zu schauen, in dem es darum geht, nicht mehr so viel aufs Handy zu starren, und bei dem es darum geht, möglichst viele Likes und Retweets zu sammeln, macht das Ganze für mich allerdings nicht einfacher. Ich bin kein Mensch der Totalen. Ganz off oder ganz on. Das liegt mir nicht. Den Mittelweg zu finden ist aber auch nicht leicht zur Zeit. Besonders nicht mit Twitter. Frag mich oft, wie andere das machen. Ich hab den Eindruck, es gäbe nur schwarz und weiß. Wenn ich mich mit anderen unterhalte, höre ich oft, dass "das, was da im Internet läuft" "hohl" und "leer" ist und "nicht echt", so wie auch im Video. Man verpasse nur das "echte Leben" da draußen.
Auch in der Schule gibt es häufig nur schwarz oder weiß. On oder off - vor allem bezogen auf das Internet. Das böse oder gute. Ich weiß nicht, was der richtige Weg ist. Aber mit den sozialen Medien halte ich es wie mit der Erziehung - ich lerne im Gehen. 

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