Freitag, 23. Mai 2014

"Gute Nacht, Bohne!" - Kleinkinderspiele für Anfänger

Ich bin, was Kinderbeschäftigung angeht, wenig kreativ. Hat auch ein bisschen was damit zu tun,  dass die Kinder hier so schnell nacheinander reingepurzelt sind, dass mir die Muße fehlte, um Ideen zu sammeln. Denn man muss die Ideen ja nicht alle selbst haben. Man muss nur ab und zu mal eine suchen und umsetzen. Und dann geht das schon.
Gestern habe ich deswegen einfach mal gegoogelt. Die Suchbegriffe weiß ich nicht mehr. Irgendwas mit Spiele und Kleinkinder. Und es kamen lauter Bilder von Schütt- und Experimentierspielen. Und so kam es, dass wir gestern Bohnen und heute Knöpfe sortierten und die Jungs mit großem Eifer dabei waren, Aschenputtel zu spielen. 

Unser gestriges Bohnenspiel ging so:
Beide bekamen eine große Schüssel mit Bohnen und einen kleinen Becher und das Spiel bestand darin, so schnell wie möglich die Bohnen mit dem Löffel aus der Schüssel in den Becher zu füllen. Gewonnen hat, wer am schnellsten fertig ist, deswegen empfiehlt es sich immer mal "SCHNELLER!! SCHNELLER!" zu brüllen, um die Motivation hoch zu halten. Meine Brüllerei zeigte schnell ihre Wirkung und Kind P fing an zu schummeln. Ich brüllte dann einfach "DU SCHUMMELST!!" und "SCHNELLER!" im Wechsel und schüttete seine Bohnen immerzu zurück, während Kind M langsam und behutsam vor sich hin sortierte (sonst gar nicht so seine Art, das Langsame und Behutsame, das war schön zu sehen). 


Irgendwann schummelten alle beide im Wettkampf vor sich hin und es drohte zu eskalieren. Zum Schluss hätten wir dann alle Bohnen vom Boden aufsammeln können. Spätestens da hätten sie dann den Beschäftigungstherapiebraten gerochen. Also holte ich Luftballons raus und jeder bekam 10 Bohnen. Die Aufgabe war, die Bohnen in den Luftballon zu stecken. Gar nicht so einfach für meine beiden, aber das haben sie gut gemeistert. Kind M hat jede einzelne Bohne mit einem "Jó éjszakát (ÜS= Gute Nacht), Bohne!" in den Luftballon geschickt. Immer ein Scherz auf den Lippen, der Junge. Und dann "Guten Morgen, Bohne!", nachdem wir die Ballons aufgeblasen hatten (und es im Luftballon wieder hell war). 

Beide Spiele dauerten insgesamt eine Stunde. Es gab weder Streit, noch Bisswunden und Langeweile dabei. Ich war so stolz auf mich. Und der Kinderarzt wäre es auch. Und weil es so toll funktioniert hat, hab ich heute dann die Knopfsammlung aus meiner Kindheit rausgekramt und sortieren lassen. 


Nicht gerade ein Spiel für unterwegs und auch schwierig, wenn man keine Knopfsammlung zur Verfügung hat. Aber als Alternative kann man auch Bohnen von Linsen und Erbsen trennen lassen. Da sind sie ne Weile beschäftigt. Und hinterher macht man Suppe. Das geht mit den Knöpfen eher schlecht. Die haben wir einfach wieder weggeräumt. Sortiert versteht sich.

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