Freitag, 4. April 2014

Ritter oder Prinzessin sein - Gendergerechte Spielplatzgestaltung

Meine Jungs sind drei und zwei Jahre alt und meine Tochter wird nächste Woche drei Monate alt. Ich kenne mich also gut aus mit Kindern. Spielplätze sind mein Fachgebiet und wenn es zum Thema gender kommt, das habe ich quasi studiert. Und deswegen freue ich mich über die Einladung von berlinfreckles an dieser Stelle, von meinen Spielplatzerfahrungen zu berichten. Besonders hat mich in diesem Zusammenhang die gendergerechte Spielplatzgestaltung angesprochen.

Wie wir alle wissen, spielen Mädchen anders (nämlich mit Barbies). Jungs auch (mit Autos). Genau aus dem Grund ist es wichtig, Spielräume zu schaffen, die beiden entgegen kommen und noch viel wichtiger ist es dabei, immer schön Gleiches von Anderem zu trennen. Deshalb sollen, auf Initiative der Münchner SPD, geschlechtsspezifische Kriterien bei der Spielplatzgestaltung stärker berücksichtigt werden. (sh. Artikel SZ hier). Ich finde das wichtig.

Bei meinen Kindern handelt es sich, wie bereits erwähnt, um zwei Jungen und ein Mädchen. Allerdings verhalten sie sich schon jetzt wenig geschlechtsspezifisch. 
Kind P ist ein Junge. Aber er liebt pink. Der Papa versucht ihm das manchmal auszureden, aber es hilft nichts. Der Junge mag rosa. Kind A ist ein Mädchen und weiß nicht, dass es sich für ein Mädchen einfach nicht gehört, so in der Gegend rumzupupsen, wie sie es zur Zeit tut. Ich sehe noch Hoffnung, ihr das abzugewöhnen, aber was, wenn der Versuch misslingt? Kind M ist ein Junge. Er liebt Autos (was für ein Glück - er ist normal!). Allerdings ist er so wahnsinnig hysterisch manchmal. Das sagt man doch den Frauen nach? Wir könnten Glück haben, vielleicht ist es nur eine Phase und aus ihm wird noch ein richtiger Junge. Einer der Bolzplätze braucht, und Tischtennisplatten (sh. Artikel SZ). Und aus Kind A ein ordentliches Mädchen, eines das Rückzugsorte braucht zum Ratschen und Ausruhen (und um ordentlich einen fahren zu lassen!) Wenn nicht, werde ich mich persönlich dafür einsetzen, lieber P, lieber M und liebe A, dass ihr bekommt, was ihr braucht. Gendergerechte Spielplätze. 

Aber vorher ziehe ich noch einen Trennstrich in der Mitte des Kinderzimmers, streiche die eine Wandhälfte rosa, die andere blau, klebe auf die rosa Hälfte ganz viele Prinzessinnen und auf die blaue ganz viele Ritter und verteile die Betten auf beiden Seiten gleichmäßig (bei drei Betten nicht so ganz einfach!). Und dann bin ich mal gespannt, wer sich wo hinlegt. Nur dass das ein für alle Mal klar ist. Man kann nur Ritter oder Prinzessin sein. Beides geht nur bei Facebook und in Australien.



Kommentare:

  1. Super Text! Ich glaube, Spielplätze sollten ein bisschen mehr Abenteuer bieten, ein bisschen weniger Asphalt und vor allem phantasiervollere Klettergerüste. Gendergerechte Spielplätze braucht kein Mensch!

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  2. huhu, wie kann man dir denn folgen? oder bin ich einfach zu böde=) du sprichst mir jedesmal sooooo aus der Seele, der Wahnsinn.
    Habe selber 2 Kinder im Kindergarten (Mädchen) und einen jungen der immer brav im Kinderwagen hockt =)
    ganz liebe Grüße

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  3. Nein, du bist nicht zu blöde. Jetzt gibt es ein paar Möglichkeiten auf der rechten Seite. Eben eingerichtet.

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  4. Jaaa!
    Ich habe drei Mädels und keines paßt ins Schema. Heute so, morgen so. Und -sie dürfen sich so verhalten, wie sie wollen!
    Liebe Grüße
    Suse

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  5. Ein wunderbarer Blogartikel!
    "Nur dass das ein für alle Mal klar ist. Man kann nur Ritter oder Prinzessin sein. Beides geht nur bei Facebook und in Australien." Da musste ich wirklich herzlich lachen. Sohnemann hatte auch schon roten Nagellack an den Füßen, geht aber jetzt mit Begeisterung zum Karate-Training. Mein Mädchen kennt sich auch bestens mit Star Wars aus, besteht aber darauf, dass wir den Puppenwagen mitnehmen, wenn wir zum Bäcker gehen. So viele Rollen, so viele Möglichkeiten...

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    1. Kommt Darth Vader dann in den Puppenwagen?

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