Montag, 31. März 2014

Projekt Pausenbrot

Die Schule ist für alle meine Kinder noch eine Weile hin, deswegen war ich etwas überrascht, als ich mich plötzlich im Herbst mit dem Problem Pausenbrotbox konfrontiert sah, bzw. wie man hierzulande sagt: Brotzeitbox.(sh. hier):  In unserem Kindergarten gibt es ein Mittagessen für alle. Alle anderen Mahlzeiten muss man dem Kind als Eltern mitgeben, was für 90% der Kinder bedeutet, dass man ihnen eine Brotzeit mitgibt, die hier zwischen 9.00-10.30 Uhr stattfindet. Am Nachmittag dürfen die Kinder natürlich auch noch was essen, aber die meisten Kinder essen da schon zu Hause. 
Ich war über diese Form der Mahlzeitenorganisation entsetzt und bin es eigentlich auch immernoch.  Warum man nicht für die Kinder drei vernünftige Mahlzeiten organisieren kann, ist mir ein Rätsel. Aber was Kita-plätze angeht, kann man hier froh sein, dass man überhaupt einen bekommt, wenn man sich nicht schon zu Beginn der Schwangerschaft angemeldet hat. Und so war ich dankbar, dass ich einen Platz hatte - das mit dem Essen kriege ich dann schon hin, dachte ich mir. 
Inzwischen, nach einigen Monaten Brotzeiterfahrung mit Kind P, kann ich nur bestätigen, mein Entsetzen war schon berechtigt. Denn eine vernünftige Zwischenmahlzeit für den Vor- und Nachmittag für ein Kleinkind in der Früh vorzubereiten und mitzugeben, die dann schmeckt, essbar und halbwegs frisch ist, ist gar nicht so einfach. Fangen wir beim Obst an: alles, was man anschneidet, wird spätestens mittags irgendwie unangenehm. Es ist noch essbar, wollen wir mal nicht mäkelig sein, aber es ist lange nicht so lecker, wie es frisch wäre, abgesehen davon, dass es bestimmte Obstsorten gibt, die würde ich dann selbst auch nicht mehr essen, so zum Beispiel Bananen. Die Kombination aus Kleinkindertransport und Belüftung nimmt der Banane einfach spätestens 3 Stunden nach Schälvorgang jeglichen Reiz. Äpfel werden ohne Zitrone braun, mit Zitrone sauer. Birne wird braun UND matschig, Kiwi ähnelt der Banane, was das angeht. Was bleibt? Mandarinen - die kamen immer zurück. Heidelbeeren - so wie morgens eingepackt. Weintrauben - je nach Stimmung. 
Gemüse - roh - also da muss ich sagen, da bin ich einfallslos hoch zehn, vor allem, weil ich selbst so gut wie nie rohes Gemüse futtere. Warum also mein Kleinkind damit quälen? Aber Gurken- und Möhrenschnipse sind Standard und kommen auch nicht immer zurück. 
Belegte Brote sind super. Die futtert Kind P. auch immer, und zwar in allen Sorten. Er ist ein Kohlenhydratefan, genau wie seine Mama. Aber auch hier hab ich das Gefühl, ich muss Brot und Belag so oft wie möglich wechseln, sonst macht das Kind vom Rückgaberecht Gebrauch.
Nun könnte man sagen, friss oder stirb, es wird gegessen, was auf den Tisch kommt, mäkelig war gestern oder wer kein Brot essen will, der esse doch Kuchen. Weder das eine noch die anderen kommen für mich in Frage und deswegen eiere ich immer wieder, was ich wohl dem schmalen Hans in die Brotbox tue. Müsliriegel sind mein neuer Geistesblitz. Heute hab ich welche selbst gemacht. 

Die sind allerdings so lecker, dass die Erzieherinnen die nicht kosten dürfen, denn dann merken sie, dass es sich dabei eigentlich um eine Süßigkeit handelt. Und Süßigkeiten sind verboten.

Nachtrag: Und hier das Rezept

Zutaten:
200 g Haferflocken, kernig
100 g Haferfleks
100 g Nussmischung zerkleinert
50 g Nussmüsli
30 g Kokosraspel
50 g Margarine
100 g Zucker
100 g Honig (Akazien)

Zubereitung:
Haferflocken, Haferfleks, Nussmischung, Nussmüsli und Kokosflocken mischen.
Margarine, Zucker und Honig in einem großen Topf zum Kochen bringen. Solange kochen, bis die Masse karamellisiert. Die Nussmischung unterrühren. Die noch warme Masse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech ausrollen und nach etwa 10 Minuten in Riegel schneiden. Auskühlen lassen und trocken aufbewahren.


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