Montag, 31. März 2014

Löwenzahn und die Geschichte dahinter

Löwenzahn.

Und hier die Geschichte dazu:

Hab heut Kind P aus dem Kindergarten abgeholt. War eigentlich ganz lustig. Bis wir losgegangen sind. Kind P hatte mal wieder seine Gummistiefel an. Es regnete nicht, aber das tut nichts zur Sache. Ich nahm die anderen Schuhe also mit, damit er morgen früh nicht wieder in Gummistiefeln losstiefeln muss. Noch am Kindergartenzaun fiel meinem Sohn ein, dass er den Sandkasten in den Gummistiefeln hat, was das Laufen völlig unmöglich macht. Wir hielten an und schütteten jedes noch so kleine Sandkorn raus. Wir schüttelten eine ganze Weile. Während wir so schüttelten, entdeckte und pflückte Kind P drei Stängel Löwenzahn, die er dann ganze zehn Meter weiter trug, bis zum anderen Ende des Kindergartenzauns. Dort informierte er mich über die unbedingte Notwendigkeit sofort seine braunen Schuhe anzuziehen und die Gummistiefel auszuziehen. Da mir das sowieso lieber war, ließ ich mich darauf ein und wir ließen uns auf der Bank nieder. Als der Prozess des Schuhetauschens begonnen hatte, überlegte sich mein Kind das plötzlich anders. Davon darf man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Sowas kommt vor. Ich weiß ja morgens auch nicht immer gleich, ob ich meinen Kaffee aus der braunen oder der weißen Tasse trinken will. Ich entscheide mich da manchmal im letzten Moment anders und ruiniere mir damit den ganzen Tag. 
Ich bestand auf der Originalabmachung, was dazu führte, dass die drei Stängel Löwenzahn im hohen Bogen wegflogen. Danach entschied ich mich noch für den falschen Weg. Einmal geht es links rum und einmal rechts rum nach Hause. Man kann nicht richtig wählen (nur so für die unter uns, die keine Kleinkinder haben oder hatten). Wenn schon die blöden braunen Schuhe, dann wenigstens andersrum nach Hause. 20 Meter weiter dämmerte Kind P, dass Blumen, die man aus Trotz wegschmeißt, weg sind, wenn man sie nicht wieder aufhebt. In diesem Moment wollte er nur noch sterben, glaube ich. Bis er 50 Meter weiter noch ein paar Löwenzahnpflanzen entdeckte. Ich munterte ihn auf, doch ein paar neue Stängel zu pflücken, gleich hier vorn. Meinem Sohn genügten jetzt allerdings nicht mehr ein paar Stängel. Nein, jetzt war er auf Blumenmission. Er pflückte alles, was gelb war, und worauf nicht eben eine Biene oder Hummel saß (das war genau ein Stengel von gefühlten 100). Immer wenn er fünf zusammen hatte, übergab er sie an mich, um am Ende den ganzen Strauß zurückzuverlangen. 
Jetzt liegen die Dinger hier und ich frage mich, wie lange die vorgegebene Aufbewahrungsdauer bei Kleinkindern für sowas ist. Also ich meine, wann darf ich die wegschmeißen, ohne dass er zusammenbricht?

1 Kommentar:

  1. Sehr guter Text! Hab so gelacht. Das ist genau wie bei meiner Tochter.....Hi, hi,hi!
    Klasse geschrieben.
    Schau doch mal vorbei: http://mamaleoni.blogspot.de/
    Liebe Grüße,
    Ane

    AntwortenLöschen