Sonntag, 9. Februar 2014

Auf standby

Meine Blogpostfrequenz geht mal wieder dramatisch zurück. Das hat zwei Gründe: Der erste liegt auf der Hand - die Blogpostfrequenz verhält sich direkt proportional zur Still- und Schaukelfrequenz unserer kleinsten Mitbewohnerin. Je mehr still desto weniger blog. So einfach ist das. Und auch wenn wir seit ein paar Tagen nur noch alle zwei bis drei Stunden stillen, so ist das immernoch meine Hauptaufgabe, denn die Kleine plagt sich, genau wie die anderen beiden, mit zurückfließender Milch, großem Dauerhunger und Pupsphasen, in denen sie nur Hüpfen auf dem Pezziball oder durch unsere Vibratorwippe beruhigt werden kann. Wenn sich eine Anschaffung gelohnt hat, dann diese. Physiotherapeutenkritik an Babywippen hin oder her. 
Der zweite Grund ist etwas indirekter. Mein Gehirn ist zur Zeit auf standby. Wenn ich mal einen Moment für mich habe, dann verwende ich ihn, um mich zu waschen oder was Essbares in mich hineinzustopfen. Mein Gehirn brauche ich dabei nicht. Ich brauche es auch nicht, um Milch zu produzieren und genausowenig, um das Kind in den Schlaf zu schaukeln. Manchmal merke ich, dass ich es anschalten muss, weil ich sonst die Buntwäsche mit Bleichmittel ruiniere, das Honigglas in den Kühlschrank stelle oder mir mit Zahnpasta die Hände eincreme. Aber das meiste krieg ich gebacken, ohne da oben einzuschalten. Und so lasse ich es lieber aus, denn so kann ich besser damit umgehen, dass ich 24 Stunden am Tag rumsitze, rumliege oder rumhänge und meine Hauptaufgabe in der Milchproduktion und -bereitstellung besteht. Diese Aufgabe erfülle ich inzwischen allerdings mit Bravour. 
Das Kindlein wiegt derweil 4500g, hat also, nach anfänglichem Verlust von 300g, pro Woche über 200g zugenommen. Ein Mastschwein muss ein halbes Kilo pro Tag zunehmen hat der Opa heute Morgen am Telefon gemeint. Davon sind wir weit entfernt, in vielerlei Hinsicht. Es macht mir zwar hier auch niemand Waagendruck, wie bei Paul und Moritz (sh. hier), aber die Kundenzufriedenheit ist ein wichtiges Kriterium bei meiner Arbeit. Und die messe ich in Speckfalten und Schlafeinheiten. Bei den Speckfalten sind wir auf dem richtigen Weg, an den Schlafeinheiten arbeiten wir noch. Für beides bleibe ich noch eine Weile auf standby.

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