Dienstag, 21. Januar 2014

Drei und zwei macht fünf

Spoiler-Alarm: Achtung Geburtsbericht. Wenig explizit. 

Seit 16.1.2014, 16 Uhr und 6 Minuten sind wir hier nun endlich zu fünft. Drei Männer, zwei Frauen, fast ausgeglichen sage ich, leichtes Ungleichgewicht, sagt der Papa hier (werd ich so schnell nicht vergessen, den Spruch: "Es braucht mehr Männer, um dich auszugleichen!"). 
Die Herstellung dieser jetzigen Fünferkonstellation - ausgeglichen hin oder her - war nicht leicht, mal abgesehen vom ganz ursprünglichen Akt. Zwei Krippenkinder, eine neue Stadt, ein neuer Job, eine neue Kultur (wir lernen sie lieben, die Bayern) und ganz viele neue Herausforderungen plus eine Schwangerschaft, die mal wieder einfach nicht enden wollte. Kind P wurde am ET+9 herausgeschubst, Kind M ET+5 und Kind A, bei dir waren wir geduldig, wir haben bis ET+11 gewartet und dann war sie auf einen Schlag vorbei, die Geduld. 
Am 15. Januar ging ich morgens zur x-ten Vorsorgeuntersuchung, starrte auf das x-te wehenfreie CTG und das x-te Ultraschallbild, das besagte, alles wäre wunderbar in Ordnung und ich sagte zur Frauenärztin: Gute Frau, bitte lassen Sie uns dieses Kind rausschubsen - es wird nicht kommen, ohne Aufforderung. Und so gingen wir am 16. Januar zum dritten Mal in unserem Familienleben zum geplanten Spontangeburtstermin. Ich war mir sicher, dieser Körper würde keine überraschenden nächtlichen Wehen mehr produzieren und ich war fest davon überzeugt, es bräuchte nur einen kleinen Schubser und dann würde sie schon kommen, die Kleine. Und ich hatte Recht. 
Am Morgen in der Klinik angekommen, wollten sie uns wieder wegschicken, der Kreißsaal sei so voll und ich wäre kein dringender Fall, ich solle doch lieber noch ein bisschen geduldig sein. Aber ich drängelte weiter und bestand auf meinem Schubser. Um 10.30 Uhr bekam ich Gel und das y-ste CTG. Ich bekam ein Zimmer und zwei Essensgutscheine und wir aßen zusammen Mittag in der Kantine. Currywurst mit Pommes für den Papa und Hackbraten (pfui) mit Kartoffelbrei für die Mama. Anschließend machten wir unser letztes CTG um 14 Uhr. Die Hebamme schickte uns danach wieder aufs Zimmer und sagte, wir sollen um 16 Uhr für eine zweite Lage Gel zurück in den Kreißsaal kommen, die Wehen seien bisher harmlos. Um 14.30 Uhr fing es dann an schmerzhaft zu werden. Um 15 Uhr wurde es so schmerzhaft, dass ich lieber im Kreißsaal sein wollte, vor allem, weil mir meine Zimmernachbarin, die ihr Kind schon hatte und ohne Unterlass euphorisch von ihrer Geburt berichtete voll auf die Nerven ging. Wir gingen also zurück zum Kreißsaal und auf dem Flur wurden die Wehen immer stärker. Für jede Wehe musste ich stehen bleiben und verabschiedete mich jedes Mal ein bisschen mehr von der Außenwelt. Ich kam mir blöd dabei vor und hielt mich für furchtbar weich, weil ich die Schmerzen so plötzlich so unerträglich fand, aber je mehr Wehen ich hatte, desto hilfloser fühlte ich mich auf Treppe und Flur. Mit einer meiner letzten Eröffnungswehen schickten mich die Hebammen in den Wintergarten, um auf den Kreißsaal zu warten. Da war ich schon ziemlich verzweifelt. Ich dachte nicht, dass da die Kleine schon kommt, aber ich wollte einfach irgendwelche Hilfe. Der Papa rief die Schwiegereltern an, gab Bescheid, dass wir gleich fertig wären  (!! wie Recht er hatte) und machte noch einmal Druck wegen des Kreißsaals, während ich auf dem Boden des Klinikflurs vor einem Rattanstuhl kniete und nicht mehr wusste, wo oben und unten war. Dann rief es plötzlich von links, ich solle in den Kreißsaal kommen, wenn es irgendwie geht und ich nutzte eine Wehenpause. Auf der Geburtsliege angelangt, so gegen 15.45 Uhr, untersuchte mich die Hebamme und stellte fest, was mein Mann schon auf dem Flur festgestellt hatte. "Oh. Wir sind ja gleich fertig. Das Baby kommt." Die nächste Wehe war schon die erste Presswehe und um 16.06 Uhr war sie dann da. Schneller hätte sie nicht kommen dürfen, dann wäre sie wohl im Wintergarten zur Welt gekommen. Das hört sich nett an, aber wäre sicher nicht so nett gewesen.
Seit Sonntag sind wir nun zu Hause und lernen uns kennen. Das Mehr an weiblichen Hormonen macht sich im Alltag noch nicht bemerkbar, aber wir sind gespannt und freuen uns wahnsinnig, dass du endlich da bist, liebe A. 


Kommentare:

  1. Herzlichen Glückwunsch! Wie schön, wenn alles so schnell und gut geht! Viel Glück, Liebe und Spass Euch allen in Eurem neuen Leben zu fünft! Alles Liebe
    Jonna

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  2. Vielen Dank! Ja, das war wirklich ganz schön. Vor allem als ich es hinter mir hatte. :-)

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