Donnerstag, 31. Oktober 2013

Schwangerschaftsbeschwerden sind ein Witz dagegen

Gestern hab ich mir wieder was angetan und Geburtsvideos gekuckt. So eine Reportage bei ZDF - 37 Grad. Sollte man nicht tun, vor allem nicht, wenn die nächste Geburt nicht mehr lang hin und die letzte noch nicht lang her ist. Aber seit meine Frau Doktor mich informiert hat, dass mein Kind sich in Beckenendlage befindet und ich mich im Falle eines Blasensprungs in die Waagerechte begeben und den Rettungswagen rufen soll, hat sie mich wieder, die Geburtsparanoia. 
Bis jetzt habe ich mich voll auf die Schwangerschaftsbeschwerden konzentrieren können, denn davon hab ich mittlerweile genug für zwei, aber jetzt ist es langsam wieder da, dieses Gefühl...sch..., der schwierigste Teil kommt erst noch. Und dann liegt das Kindlein auch noch mit dem Kopf nach oben. Es liegt also nicht, sondern steht quasi einfach in mir rum. Geburten in Beckenendlage macht wohl nicht jeder, hat mir Google gesagt. Du musst dich also noch drehen, liebe Anna. Und du darfst auch gerne etwas weniger schwergewichtig sein als deine Brüder. Einen etwas kleineren Kopf darfst du auch haben (auf den Inhalt kommt es an, liebes Kind). Du darfst dir auch Zeit lassen, nicht zu plötzlich und überraschend erscheinen, lass mir Zeit, ich bin eine Dieselmaschine. Man könnte meinen, ich bin erfahren, was den natürlichen Geburtsvorgang angeht. Aber das bin ich nicht. Ich habe zwei Einleitungen hinter mir, bei denen ich nach Termin morgens in die Klinik gegangen bin und abends ein Kind im Arm hielt. Meine Wehen wurden durch Gels initiiert, meine Fruchtblase durch Sprengung zerstört. Ich bin nicht nur eine Dieselmaschine, ich bin eine Dieselmaschine, die für jeden großen Schritt einen Tritt in den Hintern braucht, das gilt auch ganz unabhängig von Geburten. 
Deswegen bin ich heute so paranoid wie beim ersten und zweiten Mal. Was, wenn es diesmal ganz plötzlich kommt? Was, wenn mir im Supermarkt die Fruchtblase platzt, und es dann ganz schnell ganz weh tut, so wie es in Filmen immer passiert. Und wer macht den Quatsch im echten Leben weg, während ich mich hinlege und den Rettungswagen rufe? Was, wenn das Glöckchen in der Hosentasche mein Mädchen nicht zum Drehen bewegt und sie irgendwann einfach mit den Füßen zuerst auf die Welt kommen will? Machen Mädchen sowas? Was, wenn sie stecken bleibt im Geburtskanal? Kommen wirklich alle Babys immer raus? Alle? Schwangerschaftsbeschwerden sind ein Witz gegen diese Fragen. Zum Glück hab ich die Antwort auf all meine Fragen: Weniger Geburtsvideos kucken und etwas mehr Verdrängung.

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