Samstag, 21. September 2013

Mamas erste Schulwochenbilanz

Die erste vollständige Schul-/Arbeitswoche ist rum und da zieh ich mal kurz Bilanz. Sie endete übrigens mit nem kränkelnden Paul. Der ist aber schon zum ordentlichen Beamtenkind mutiert und wird pünktlich Freitag Nachmittag krank. Moritz muss in dieser Hinsicht noch etwas üben. 
Die Woche war, was mein Unterrichtsaufkommen angeht, sehr harmlos, weil eine meiner Klassen auf Schüleraustausch in Frankreich war, am Dienstag Wandertag war und am Freitag zwei Stunden ausfielen wegen des Anfangsgottesdienstes und der anschließenden Klassenleiterstunden. Insofern war die erste Woche nahezu paradiesisch für mich. Der anstrengendste Teil war noch der Wandertag, weil ich morgens die Kinder so früh verfrachten musste, um mitgehen zu können, dass ich schon vor 8 Uhr die ersten Schweißausbrüche hatte, bei dem Gedanken an eventuelle Zwischenfälle. Beim Zwischenstopp im Wirtshaus habe ich dann meinen bayerischen Latein-Kollegen kurz vor der Pension in die vier Techniken des Weißwurstessens eingeführt. Er wirkte allerdings etwas pikiert über diese Anmaßung meiner preußischen Wenigkeit. Wenn er doch aber nicht wusste, was Zuzeln ist.... Ich weiß es ja auch nur von meinem preußischen Vater und nutze seither jede Gelegenheit, mir mit meinem Wissen zu mehr Integration zu verhelfen. Leider klappt das mit dem Brandenburglied besser. Lieber gemeinsam über die Saupreußen lachen, als von den Saupreußen über die eigenen Traditionen belehrt werden. Kann ich übrigens gut verstehen, aber ich gehe eben ungern den geraden Weg.
Unterrichtet habe ich die Woche trotz des vielen Ausfalls, wenn auch in reduziertem Maße. Und ich hatte sogar schon überraschenden Unterrichtsbesuch, der mich gleich wieder zurück ins Referendariat gebeamt hat. Meine Schüler haben mich gefragt, ob sie mir eine "unverschämte" Frage stellen dürfen. Die Unverschämtheit daran (es ging darum, in welchem Monat ich gerade bin) habe ich nicht erkannt, aber vielleicht seh ich aus wie im 11. Monat?
In den Pausen habe ich viele Gespräche mit Frauen geführt, die in Teilzeit 8 Stunden unterrichten, und das seit vielen vielen Jahren, und viele verwunderte Blicke erhalten wegen meines hohen Stundendeputats. Ich frage mich immer, wie die das alle machen. Mein Mann schickt mich arbeiten.
Ansonsten habe ich versucht, die Schule kennen zu lernen, habe alle meine Schulaufgaben gewissenhaft in den Schulaufgabenplan eingetragen, bevor mir jemand meine schönen Termine klaut und habe massenweise versucht Namen zu lernen und Schüler auf die Schippe zu nehmen. Letzteres ging besser als Vorletztes. Meinen ersten Virus hab ich auch schon niedergemacht - in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag hatte ich leichtes Fieber und Grippesymptome, aber Donnerstag früh war die Temperatur runter und nur noch Symptome übrig. Wenn alle Infekte diesen Winter so ordnungsgemäß ablaufen, dann kann sich mein Arbeitgeber freuen.
Zum Arbeitsplatz mit dem Auto gurken ist auch nicht so stressig, wie ich dachte, auch wenn ich David Guetta nicht mehr hören kann und mir beim Gedanken an die nächste Tankfüllung immer leicht übel wird. Ich hätte eigentlich lieber kein Auto, auch wenn Paulchen immer so schön "mama kék autója" (ÜS: Mamas blaues Auto) sagt. Alles in allem ist meine Bilanz positiv. Allerdings nur dank Kompressionsstrümpfen, Bauchgurt, unserer guten Telisa und natürlich dem geduldigen Papa. 

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