Freitag, 27. September 2013

Highlight der Woche - Ringelrötelnalarm

Das Highlight dieser Woche war unser Ringelröteln-Drama, das mich seit zwei Tagen wahlweise zur Rabenmutter oder zur verantwortungsbewussten und vor allem völlig angstfreien Beamtin macht. Oder zu beidem gleichzeitig. Kommt auf den Standpunkt an. 
Am Dienstag war Elternabend in der Krippe. Elternabende sind sowieso schön, aber noch schöner sind sie, wenn sie in der Begrüßung schon mit der Erwähnung einer Krankheit und eines daraus folgenden Problems beginnen. "Hallo! Ich will Sie informieren, dass wir Ringelröteln bei uns haben. Da Sie schwanger sind, sage ich Ihnen das. Sie dürfen natürlich trotzdem reinkommen, aber wir müssen Sie informieren." - "Hmm.", sagte ich. "Und was heißt das jetzt?" Ich bin in solchen Fällen immernoch etwas unbedarft, trotzdem ich das dritte Mal schwanger bin.
In einem längeren Informationsteil über Ringelröteln, den witzigerweise einer der anwesenden Familienväter halten musste, der zufällig Doktor ist (dass er Psychiater ist, sollte dabei niemanden stören. Was ein echter Doktor ist, der kennt sich eh mit allem ein bisschen aus), erfuhr ich dann, dass eine Mitarbeiterin nicht mehr zur Arbeit kommen dürfe, weil ihr Sohn an Ringelröteln erkrankt sei und es nicht sicher sei, ob sie die Krankheit bekommen hat/bekommen kann und in die Krippe einschleppt/eingeschleppt hat. Ringelröteln wären nicht Röteln und auch nicht ganz so gefährlich, aber doch mit negativen Auswirkungen vor allem für Schwangere, bzw. für das Ungeborene, und wir sollen doch bitte zum Arzt gehen und uns testen lassen, ob wir immun wären, um dann über das weitere Vorgehen zu entscheiden. 
War ich zu Beginn noch ganz entspannt, wurde ich danach immer unentspannter und rief also am nächsten Tag tatsächlich meine Frauenärztin an. Innerlich habe ich gehofft, dass sie sagt: "Kein Problem. Sie sind nicht gefährdet. Gehen Sie ruhig arbeiten. Das ist nur Panikmache in der Krippe." Stattdessen sagte sie: "Röteltiterbestimmung machen wir und wenn der in Ordnung ist, dann gibt es kein Problem. Es ist zwar nur bis zur 20. Schwangerschaftswoche gefährlich, und da sind Sie ja schon drüber, aber ich schreibe Sie mal krank, bis wir mehr wissen. Nehmen Sie mal Ihren Sohn aus der Krippe und bleiben zu Hause." Von meiner Ärztin ging ich dann also noch unentspannter nach Hause als ich es vorher schon war. Wenn es nichts mehr macht, warum soll ich dann zu Hause bleiben? Wenn es doch gefährlich ist, wie lange soll ich dann zu Hause bleiben? Etwa sieben Wochen? - So lange kann es dauern, bis man was sieht bei einer Ansteckung. Dann bräuchte ich gar nicht mehr auf der Arbeit erscheinen.
Am Abend googelte ich, in der Hoffnung meine Entspanntheit wiederzufinden. Das ging schief. Danach war ich richtig verkrampft. 
Irgendwann hab ich dann meine innere Stimme gesucht und gefunden und die hat gebrüllt: Lass dich nicht verrückt machen. Wird schon nichts sein.  Hab mich dann für die Arbeit und gegen die Quarantäne entschieden. Ich hoffe, liebe Anna, das ist nicht nur im Sinne meines Arbeitgebers, sondern auch in deinem, insofern, als dass das Ringelröteldrama nur heiße Luft ist, und sich niemand, vor allem aber nicht ich - angesteckt hat. 

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