Montag, 5. August 2013

Tolles Kompliment

Wenn man mit zwei Kindern unterwegs ist, werden diese eigentlich immer in irgendeiner Form kommentiert. Wir werden meistens gefragt, ob Kind P und Kind M Zwillinge sind - erst am Samstag im Freibad kam wieder diese Frage, nachdem wir zu viert die Wasserrutsche runter sind. Ich finde die Unterschiede gravierend, aber für Außenstehende scheinen die blonden Schöpfe häufig Grund genug für die Zwillingsannahme zu sein. Was ich auch mitunter höre, ist die Frage, ob das überhaupt unsere sind, so hellblond wie sie sind. 
Je älter die Kinder werden, desto häufiger kommen jedoch Kommentare oder Fragen, die sich weniger aufs Aussehen beziehen als aufs Verhalten. So habe ich bei meinen letzten zwei Arztbesuchen den Hinweis schlucken müssen, dass Kind P ganz schön schwierig sei (Er kommt in dieser Hinsicht voll nach mir, denn auch ich bin nach einer Stunde im Wartezimmer schwierig und mache meistens irgendwem Probleme. Leider in vielen Fällen mir selbst, indem ich vor mich hin grummele), bzw. die beiden Jungs nicht unproblematisch. 
Gestern allerdings haben wir für unsere Söhne endlich mal ein Kompliment erhalten, und zwar für ihr Verhalten. Wäre ich eine Dinkelschnitten-Öko-alternatives-Bildungssystem-Übermutter hätte ich mich auch darüber gefreut. So überwog ein wenig das Schamgefühl. Wir waren gestern auf dem Spielplatz und während Mama und Papa auf der Bank rumfläzten, fing Kind M an, im Heckenlabyrinth das Erdreich umzugraben. Das besteht aus Mulch und ganz viel schwarzer Erde, die ihm sehr gefiel, weil sie so schöne Spuren unter den Fingernägeln hinterließ und nach dem gestrigen Regen auch sonst überall hängen blieb. Er beschloss allerdings nach kurzer Zeit des Grabens, die Erde müsste zur Bank transportiert werden, damit auch andere sie sehen und damit spielen können. Also fing er an zu arbeiten, wühlte immer zwei Hände voll raus und schleppte sie zu den Terrazzoplatten, um sie dort zu dekorieren. Kind P stieg sehr schnell in das Spiel ein und so arbeiteten sie sich gute zehn Minuten an der Erde ab. Ein ordentliches Elternteil verbietet sowas. Wir saßen aber so weit weg, dass wir so tun konnten, als ob wir das gar nicht sahen, was da geschah. Hier ein Beweisfoto:

Es wurde allerdings durchaus bemerkt, nicht nur von uns. Eine Mutter mit zwei Jungs im Alter von 4 und 2 kam direkt auf uns zu, um uns zu fragen, ob wir schon einen Kindergartenplatz hätten. Ich dachte noch, wie freundlich - so offen kommt in Deutschland selten jemand auf dich zu. Und dann kam die Erklärung und das Kompliment für unsere Söhne oder wahlweise unsere gute Erziehung gleich hinterher: "Wir haben nämlich bei uns im Waldkindergarten noch Plätze frei und die beiden spielen so toll mit dem Schlamm." Das geht einem runter wie Öl, so ein Kompliment.

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