Mittwoch, 7. August 2013

Moritz frisst Hühnersuppe


Es fing alles damit an, dass es am Montag im Rewe ganze Hühner gab. Und ich die gesehen hab. Die gibt's da selten und wenn, dann sind das immer glückliche Bio-Hühner, die 18 Euro und mehr kosten. Wenn ich ein solches Huhn sehe - das kommt eher selten vor - dann muss ich es kaufen, weil ich dann immer an die Hühnersuppe meiner Mama denken muss. Die ist lecker und macht fit. Also nahm ich das Huhn mit und gestern hab ich dann trotz hoher Temperaturen hier Hühnersuppe gekocht. Dass einem beim Essen die Suppe in Strömen gleich wieder die Stirn runterläuft, habe ich geahnt. Aber dass meinem derzeit Kleinsten die Suppe so gut schmeckt, dass er sie im hohen Bogen wieder auskotzt, das nicht.

Die Suppe hab ich tagsüber gekocht, als die Jungs in der Krippe waren. Ja, ich habe Ferien und schicke meine Kinder trotzdem in die Krippe. Sie fühlen sich wohl. Ich fühle mich wohl. Und miteinander fühlen wir uns zwischen 6 und 8 Uhr und 15 bis 20 Uhr wohl. Am Nachmittag fühlen wir uns derzeit nicht so wohl, da streiten wir alle viel. Zwischen 8 und 15 Uhr genießen wir die Freizeit ohne einander. Ich verbringe die mit Kuchenplanungen für Freitag (Paul hat seinen letzten Tag in der Krippe - er geht ab Herbst in den Kindergarten) und koche eben manchmal Hühnersuppe - so wie gestern. 
Abends hab ich sie dann serviert. Da war sie schön durchgezogen und nicht so heiß wie mittags, weil ich sie nur aufgewärmt hab. Die Jungs hatten sich am Nachmittag mit Keksen vollgestopft, weil wir hier wieder Besuch von unseren drei Nachbarskindern hatten und so viele Kinder halten alle nur aus, wenn es Kekse gibt. Deswegen hatten sie eigentlich keinen Hunger, aber als sie sahen, dass es nicht nur Stulle mit Brot gibt, sondern was Rischtiges, da kam das Appetitchen doch. Moritz schlang die Suppe löffelweise wie morgens sein Müsli. Ohne zu atmen und ohne zu kauen. Nur das Hühnerfleisch störte ihn dabei, aber das rutschte eh meistens vorher vom Löffel. Als er die halbe Schüssel Suppe gelöffelt hatte, fing der Junge plötzlich an zu würgen und ich sah mich schon, wie ich ihn an den Füßen packte, um irgendwas in seinem Hals stecken Gebliebenes wieder herauszuschütteln. Aber das große Stück Hühnerfleisch kam dann von ganz alleine wieder raus. Mit ihm die halbe Suppe. Moritz löffelte danach munter weiter, bis die selbe Prozedur sich 5 Minuten später noch einmal wiederholte. Danach gab er mir den Löffel, um mir zu signalisieren, dass ich ihm gefälligst schluckfertige Portionen reichen soll und das blöde Fleisch aussortieren soll und aß die Suppe munter zu Ende. Ich hatte nicht mehr so großen Appetit, aber das störte ihn dabei nicht weiter. 

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