Mittwoch, 31. Juli 2013

Das Kind lernt höflich.

Wenn man sich mit P unterhält, dann ist das manchmal durchaus frustrierend. Vor allem, wenn man will, dass er bestimmte Dinge sagt und nicht die, die er sich gerade überlegt hat. So kommt es, dass P, wenn er gefragt wird: "Wie heißt du?" einfach zurückfragt "Wie heißt du?", anstatt die Frage zu beantworten, so wie sich das gehört. Bestimmte Dinge sind ihm einfach zu langweilig und das zeigt er dann auch mit bewundernswerter Ausdauer. Manchmal bin ich heute schon froh, dass ich nicht seine Lehrerin, sondern nur seine Mutter bin. Klingt irgendwie absurd, aber Gefühle haben die wunderbare Eigenschaft absurd sein zu dürfen.

Mit den Benimm-Regeln ist es deshalb auch immer wieder ein kleiner Windmühlenkampf mit dem kleinen P. Wir sitzen am Frühstückstisch und er will Wasser. Also sagt er "Wasser." Wir sagen "Bitte" oder "kérem." P scheint sich zu denken 'boah, jetzt geht das wieder los - holt mir doch einfach mein Wasser' und sagt gar nichts oder im Zweifelsfall nochmal "Wasser!" mit etwas mehr Nachdruck. Und dann beginnt ein Papageienspiel, das ich auf Ungarisch dokumentiere und ins Deutsche übersetze, weil es auf diese Weise etwas häufiger vorkommt. 
P: Wasser!
Papa: Kérem. (Bitte!)
P: Víz. (Wasser)
Papa: Mit kell mondani? (Was sagt man?)
P: M-O-N-D-A-N-I. (S-A-G-E-N.)
Papa: Nem hallom. (Ich höre nichts.)
P: Nem H-A-L-L-O-M. (Ich höre nichts.) 
Papa: Na? Mit kell mondani? (Na? Was sagt man?)
P: W-A-S-S-E-R. 
Papa: Nem hallom. (Ich höre nichts)
P: K-É-R-E-M. (Bitte!)

In den meisten Fällen wird das Wasser nicht getrunken. Aber das tut nichts zur Sache.

Kommentare:

  1. Kleiner Tipp von Mutter zu Mutter: wenn Paule eh alles nachspricht, sag es ihm doch genauso vor, wie du es gern hättest! Das "Wie bitte?" oder "Ich höre nichts" ignorieren alle Kinder bzw sie wissen noch nicht viel damit anzufangen. ;-) Dörte

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  2. Genau damit fängt der Dialog doch an. lg

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