Samstag, 1. Juni 2013

Beim dritten Mal ist's auch nicht leichter

Nach den guten Nachrichten - die nicht jeder gleich verstanden hat, weil die Botschaft offenbar etwas kryptisch war - kommen jetzt die schlechten. Mir ist schlecht. Mit Schwangerschaftsübelkeit kenne ich mich aus, sollte man meinen, denn schon bei den ersten beiden habe ich in den ersten Monaten die meiste Zeit im Bad verbracht. Aber diese Auskennerei nützt mir zur Zeit mal wieder gar nichts. Denn deswegen ist mir nicht weniger übel und die Situation nicht weniger ätzend. Schwangere, denen übel ist, werden meistens belächelt, "is ja keine Krankheit" und "wenn du kotzen musst, dann geh halt oder nimm dir ne Tüte mit." "Kann ja nich so schlimm sein." Manche Schwangere sind auch tatsächlich in der glücklichen Lage, dass sie unter der allseits bekannten Morgenübelkeit leiden, die sie mit was zu Knabbern vor dem Aufstehen bekämpfen und danach geht es ihnen den ganzen Tag gut und sie platzen vor Glück.
Ich habe auch diesmal wieder kein Glück gehabt. Während mir in der 6.-7. Woche immer ein wenig übel war, ich aber noch ganz normal essen konnte und auch noch nicht besonders geruchsempfindlich war, so bin ich seit dieser Woche auf der nächsten Stufe angekommen. Letzte Woche ging es schon los mit verstärkter Übelkeit und Erbrechen. Diese Woche ist der Spaß endgültig vorbei. Alle Tipps, die es so gibt, beachte ich und es hilft gar nichts. Vitamin B6 in hohen Dosen. Kein Problem, wenn die nich immer rauskommen würden. Und wenn sie dann mal drin bleiben, dann merk ich von der Besserung auch gar nichts. Ingwer hab ich als Tee, Bonbons, Pulver, frisch zubereitet - alles durch beim Moritz. Hat nur den Geschmack vor und nach dem Erbrechen etwas verbessert. Bei Paul hatte ich Akupressurbänder, die sahen athletisch aus, haben aber auch gar nichts gebracht. Man kann sich damit den Schweiß von der Stirn tupfen, aber das wird nach einer Weile auch eklig. Vor dem Aufstehen was Knabbern - der beste Tipp gegen den morgendlichen Anfall. Fühlt sich im ersten Moment gut an. Wenn sich dann aber die Knabbereien 10 Minuten später zurückmelden, dann ist die ganze Arbeit bisschen umsonst und man kann es ja auch lieber gleich hinter sich bringen, um dann danach (denn kurz danach geht sowieso Essen am besten) gleich richtig zu frühstücken. Milch hat bei Paul immer meinen Magen beruhigt. Diesmal beruhigt sich da gar nichts. Eine Nasenklammer könnte noch helfen, der Hauptverursacher für die Übelkeit unterwegs sind nämlich Gerüche. Und ich rieche mal wieder alles und es gibt nur wenige Gerüche, die mir angenehm sind. Alles, was pflanzlich, tierisch, menschlich oder chemisch ist, geht gar nicht. Eigentlich geht nur frische Luft. Am liebsten ohne Geruch. Aber - und das fällt mir sonst nie auf - irgendwas riecht zur Zeit immer. Ich kann nicht mal kochen, ohne dabei einen Eimer zu brauchen. Da fällt mir ein, Brötchen riechen eigentlich ganz gut. Das ist auch fast das einzige, das ich essen kann. Mit Butter. Und Salz. 
Liebes Kind. Aus diesen Dingen schließe ich Verschiedenes. Erstens: Du bist mal wieder männlich. Zweitens: Wir müssen uns beeilen bis zur 13. Woche. Denn da war es bisher immer schlagartig vorbei. Drittens: Es wird nicht leichter, nur weil man es schon mal durch hat. Das macht mir ein wenig Sorgen im Hinblick auf die Geburt. Da muss ich mir ganz schön was einfallen lassen, um das noch genießen zu können. Vielleicht Hypnobirthing wie Prinzessin Kate. Aber erstmal das hier überstehen, um wieder in den Supermarkt gehen zu können, ohne die Luft anhalten zu müssen.

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