Mittwoch, 22. Mai 2013

Mittagsschlaf war gestern

Seit ein paar Tagen sind wir im Sonnenland und was anfänglich so vielversprechend aussah - die ersten beiden Tage haben wir hier alle zehn Stunden nachts und drei Stunden am Tag geschlafen - ist seit gestern nur noch ferne, sehnsuchtsvolle Erinnerung. Was gestern hier beim Mittagsschlafversuch abging, und ich sage Versuch, weil von echtem Mittagsschlaf keine Rede sein konnte, schuf ein neues Kapitel im "Mittags-schlafen-ist-für-Leute-von-gestern"-Buch unserer Kinder. 
Es fing alles ganz harmlos an, mit mittelmäßig müden Kindern, die sich auf ihre Betten freuten und sich hinlegten. Ein Küsschen, ein "Schlaft gut" und raus war die Mama. Ein paar Minuten später fingen sie derbe an zu kichern, aber kichern ist ja nicht verboten, solange es irgendwie zum Schlaf führt. Hat es aber nicht. Sie kicherten darüber, wer am besten mit dem Bett springen kann. Nicht im Bett. Mit dem Bett. Immer abwechselnd machte einer einen Hopser, so 5 cm werden es pro Hopser gewesen sein, und der andere kicherte. Pauls Bett knallte dabei ziemlich schnell gegen die Wand, er musste sich ja sozusagen von irgendwas abstoßen. Wegen der lauten Geräusche und weil ich mir Sorgen machte, dass Moritz mit dem Bett umkippen könnte und mit der winzigen Hoffnung, sie könnten damit aufhören, wenn ich sie darum bitte, ging ich rein und fand Pauls Bett schräg mitten im Zimmer und Moritz' Bett schräg dagegen. Die Decken und Kuscheltiere waren alle auf dem Boden verteilt. Beide kicherten ohne Scham, waren aber innerhalb von zwei Sekunden nach Türöffnung in der Horizontalen. Ich hab alle zusammengestaucht, auch die Kuscheltiere, noch einmal die Aufgabe erklärt und bin raus. Die Jungs kuckten bedröppelt und versprachen jetzt zu schlafen. Als die Tür ins Schloss fiel, feixten sie erstmal was das Zeug hält. 
Nach einer Weile fingen die Springgeräusche wieder an und ich beschloss nicht gleich zu reagieren. Ein Fehler. Denn das Ignorieren führte zum Entstehen eines neuen Geräusches, das mir komisch vorkam. Auf eben dieses Geräusch hin ging ich rein und fand beide Betten abermals schräg im Zimmer, das eine Bett war allerdings leer. Paul stand nämlich inzwischen auf der Fensterbank und machte immer das Rollo hoch und runter und das Geräusch, das ich gehört hatte, war das Überdrehen das Rollos. Mit dem anderen Rollo war er offenbar schon fertig, denn das lag in voller Länge auf dem Fußboden. Er wusste sofort was Sache war und kuckte betreten. Wieder Anschiss und leere Versprechen. Betten zurück in die Startposition und Kuscheltiere und Decken konfisziert. 
Zehn Minuten später ein neues Geräusch. Paul weint wie verrückt. "Gehst du lieber kucken", denk ich. Als ich drin war, dachte ich, ich hätte lieber nicht reingehen sollen. Sollen sie doch sehen wie sie klar kommen. Paul saß bei Moritz im Bett und der muss ihn wohl zur Begrüßung gebissen haben. Die Betten waren wieder in der Mitte und Paul war direkt zu Moritz rübergeklettert. Nach dieser Aktion hatte Paul genug von Moritz und Moritz fand Paul deshalb nicht mehr so unterhaltsam und schlief ein. Dann dauerte es noch zehn Minuten und Paul rief "M-A-M-A! F-E-R-T-I-G! Aufstehen!"

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