Freitag, 5. April 2013

Schlafen gelernt

Meine Söhne sind zur Zeit im Ferienlager. Letzte Woche war ich noch dabei, aber am Ostermontag habe ich mich unter Tränen verabschiedet, um in mein eigenes kleines Ferienlager zu verschwinden, das hauptsächlich aus Lernen besteht und nebensächlich ebenfalls. Das klingt jetzt alles sehr dramatisch, vor allem die Tränen. Soll es ja auch. Ist ja schließlich (m)ein Blogeintrag. 
Was ich lerne? Pädagogik und Psychologie. Am Montag ist Prüfung. Meine letzte Prüfung ist 5 Jahre her, vielleicht auch erst vier (selbst das hab ich schon vergessen!). Damals hatte ich meine Oberstufenprüfung in Ungarisch, ein schriftlicher Text zum Thema pro/kontra Korkenverschlüsse in Weinflaschen und die mündliche Prüfung zu den Vor- und Nachteilen von digitalen Grabsteinen. Wenn die Prüfung am Montag ähnlich lebenswirklich wird, stehe ich vor einem Problem.
Während ich hier so an meinem Schreibtisch sitze, kommt es mir auch immer mehr so vor, als könnte ich inzwischen weder Psycholgei noch Pedagoigk richtig buchstabieren. Den ganzen Tag springe ich her zwischen Coping und Defending-Strategien, Genitalen-, Latenz und sonstigen Phasen, Identitätsstufen und Rollendiffusionen und werde immerzu durch den Lernstoff selbst daran erinnert, was ich falsch und richtig mache beim Lernen. Verknüpfung mit Vorwissen, Schlafen, Schlafen, Schlafen, Emotionalisierung des Lernstoffs (ob da die Sache mit den Tränen reicht?), häufige Wiederholungen, Zeitmanagement, viel Schlafen nicht vergessen und dazwischen wieder ein paar Wiederholungen. 
Eins muss ich mir lassen, das mit dem Schlaf hab ich in den zwei Wochen Ferien endlich wieder auf Normalmodus bekommen. In dieser Hinsicht bin ich sehr stolz auf mich. Heute habe ich eine Rekordzeit erreicht: Erwachen um 6.15 Uhr. Nachdem ich wochenlang um 4, kurz nach vier und manchmal auch vor vier aufgestanden bin, ist das für mich die größte Errungenschaft dieser Osterferien.  Es hat sich also jetzt schon gelohnt, das Ferienlager für die Jungs (für mich jedenfalls). Ob es meinen  Prüfern allerdings reichen wird, wenn ich Ihnen am Montag erzähle, wie schön ich Schlafen gelernt habe, durch die Anwendung der gängigen Unterrichtskriterien (intelligentes Üben, hoher Anteil an echter Lern(Schlaf)zeit, lern(schlaf)förderliches Klima, klare Leistungserwartungen (mind. 8 Stunden), klare Strukturierung (Schlafzeit von 22-6 Uhr)), da bin ich mir noch unsicher. 

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