Freitag, 26. April 2013

Lidschatten brauche ich heute keinen

Seit meiner letzten Prüfung habe ich versucht es ein wenig ruhiger anzugehen, was die Arbeit betrifft. Ich schlafe jetzt jeden Morgen aus (bis 5 Uhr), war diese Woche schon das zweite Mal mit Kids und Mann laufen (6 km schaff ich schon, ohne dass man mich hinterher betreuen muss) und nehme mir abends (anstelle des Papas) die Zeit zum Vorlesen. So auch gestern. 
Vorlesen ist bei uns eine schöne und vor allem sehr friedliche Sache. Wir haben einen großen Schaukelsessel, da sitzt Mama oder Papa unten und die Jungs sitzen aufm Schoß. Manchmal gibt es Kabbeleien, weil sich der Literaturgeschmack unterscheidet, aber häufig ist dies der harmonischste Moment des ganzen Tages. Gestern war die Harmonie einzigartig, auch wenn beide todmüde waren. James Krüss' "Der blaue Autobus" stand auf dem Programm und das gefällt Moritz wegen des Pudels Ottokar (wenn Moritz einen Hund sieht, dann bellt er) und Paul wegen des Autobusses und seinen Lampen und Türen. Inmitten dieser Harmonie hat sich Paul dazu entschlossen, etwas mehr Fahrt in den Schaukelbus zu bringen und wollte mich zum Schaukeln animieren. Da fand die Harmonie ein jähes Ende. Er beugte sich nach vorn und warf sich mit Schwung nach hinten. Mein Auge war im Weg. Ich hab gleich Sterne gesehen und mir schoss das Wasser in die Augen. Kurz darauf schoss das Wasser bei Paul. Moritz schloss sich aus Solidarität an. Am Ende musste ich mal wieder alle trösten. Meine Arbeit ist nicht halb so gefährlich sag ich euch. Und Lidschatten brauche ich heute auch keinen, zumindest nur auf einem Auge.

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