Montag, 29. April 2013

Auf dem Spieler

Neuerdings, das Wetter lädt dazu ein, hängt unsere Familie nachmittags auf dem Spielplatz rum, oder Spieler, wie man in coolen Kreisen zu meiner Zeit gesagt hat. Und weil auch andere auf diese Idee kommen, trifft man da ab und zu auch Kinder (cool) und Erwachsene (meistens uncool). Letzte Woche wieder. Da waren wir auf einem dieser Mini-Spielzplätze gleich bei uns um die Ecke und es war rappelvoll. Ich war mit meinen beiden Goldstücken direkt nach der Arbeit und aus der Krippe da gelandet - kein Essen, keine Getränke (um drei ist ja das letzte was sie in der Krippe tun essen, und man muss ja nun nicht halbstündlich irgendwas stopfen, nur weil man noch keinen Meter groß ist). Ich hatte also keine Dinkel-Birnenschnitten (oder wie hießen die noch?) und auch kein stilles Mineralwasser und gehörte damit zur Minderheit. Aber es kam noch schlimmer. Ich war ohne Baggerfahrzeuge da, ich hatte auch sonst kein Sandkastenspielzeug und auch keine Wechselsachen. Ich war einfach nur da. Damit unterschied ich mich vom Rest der Eltern gravierend. 
Meine Kinder rutschen die Rutsche kopfüber runter, landen mit dem Gesicht im Sand (Moritz). Wenn dann der Sand aus dem Gesicht wegmuss, dann frage ich einfach irgendeinen umstehenden Erwachsenen nach einem Taschentuch. Ich schäme mich nicht, aber es macht in diesen Momenten immer den Eindruck als sollte ich. Ich erinnere mich dann immer an das namibische Kind aus dem Dokumentarfilm Babies, das so zufrieden zusammen mit dem Hund mit Hundeknochen gespielt hat und beschließe, man darf das alles nicht so eng sehen. 
Meine Kinder werfen leider auch manchmal Sand von unten auf die Rutsche, um ihn dann wieder runterzufegen. Die anderen Kinder lieben das. Sie stürmen üblicherweise sofort dazu und machen es ihnen nach. Die rumstehenden Erwachsenen ziehen ihre Kinder dann meistens weg von meinen Rabauken. Auf diesen ordentlichen Spielplätzen spielt man intelligent. Steine rauf- und runter gehört nicht in diese Kategorie. Und natürlich auch nicht kopfüber die Rutsche runter. 
Spielzeug teilen gehört übrigens auch oft nicht dazu. Dass Kinder Schwierigkeiten haben zu teilen, verstehe ich sogar, aber wenn Erwachsene anfangen das Kinderspielzeug in die Tasche zu räumen, weil mein Sohn unerlaubterweise mit dem von ihren eigenen Kindern völlig unbeachteteten Gegenständen anfängt bisschen rumzugraben, dann frage ich mich, was eigentlich los ist. Die Botschaft ist immer eindeutig: Erstens werden diese Dinge gebraucht und zweitens müssen die jetzt erstmal desinfiziert werden. Spielplatz ist echt nicht mehr so cool wie früher. Ich hoffe, meine Kinder empfinden das anders.

Kommentare:

  1. heike, echt schade, dass du so über andere mütter oder kinder herziehst.

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    1. Lieber Anonym, das Leben ist nicht immer so ernst, wie man es nimmt.

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  2. Na, da hat jemand die Message so richtig verstanden ... So wird man als Bagger-Birnen-Dinkel-Loser dann tatsächlich zum Loser auf dem Spielplatz :-) Liebe Bloggerin, weiter so.

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  3. Na hier ist ja was los. Und ich merk das gar nicht. Interessant auch, mich anonym aber mit meinem Namen zu kritisieren. Im Übrigen ist das kein Herziehen.
    Liebe Anonym Nummer 2: Ich verwende alles. Also vorsichtig :-)

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