Donnerstag, 7. März 2013

Die Paprika-Theorie

Das Temperament unseres kleinen, großen Moritz erinnert mich in letzter Zeit immer ein bisschen an Begegnungen im ungarischen Straßenverkehr. Neulich habe ich einen Artikel darüber gelesen, dass die Hemmschwelle im Straßenverkehr sinkt, weil man sich durch sein Auto in geschützter, anonymer Sphäre wähnt und deshalb leichter geneigt ist, den Stinkefinger oder verbale Beschimpfungen auszupacken. Die Frequenz mit der dieses im Straßenverkehr vorkommt, ist in Budapest deutlich höher als hier im beschaulichen Bayern. Und es ist dabei noch nicht mal die Anonymität, die dafür verantwortlich ist, denn warum sonst käme es in Budapest auch durchaus vor, dass ein Autofahrer an der Kreuzung anhält, aussteigt und dich beschimpft, weil du ihn in irgendeiner Weise behindert hast. Meine Erklärungstheorie: Der viele Paprika. Der geht irgendwann ins Blut über und lässt es einfach schneller brodeln. So auch bei unserem Moritz. Er fährt zwar noch kein Auto, aber ich sehe das schon bildlich vor mir, wenn ich ihn zur Zeit da so sitzen sehe, mit den Bausteinen, die sich nicht beim ersten Versuch in die Steckkiste manövrieren lassen. Da wird geworfen, geschimpft, mit den Armen gerudert, was das Zeug hält. Er wird dabei so emotional, dass man sich entweder anstecken lässt und ebenfalls anfängt mit den Armen zu rudern oder der Fluchtinstinkt ausgelöst wird. Paul sitzt in solchen Fällen daneben und kuckt immer ganz irritiert. Obwohl er doch eigentlich in seinem Leben viel mehr Paprika gegessen hat, als Moritz. Scheint wohl zu hinken meine Theorie.

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