Mittwoch, 6. Februar 2013

Ich bin durchschaut

Heute Morgen haben sich mein Sohn und sein Vater gegen mich verbündet. Das erste Mal so richtig echt. Ich bin deswegen jetzt wütend, aber ich befürchte mein Sohn durchschaut mich schon jetzt, obwohl er mich erst zwei Jahre kennt. Mein Mann hat dafür etwas länger gebraucht. Und alle beide haben sie leider recht mit ihrem Verdacht: Ich habe einen leichten Hang zur Unordnung. Das war nicht immer so, als Kind war ich so gar außergewöhnlich ordentlich und organisiert, behauptet zumindest meine Mutter. Und auch heute behalte ich in den meisten Fällen den Überblick. Aber heute überblicke ich eben ein Chaos, da wo früher ein Ordnungssystem herrschte. Diese Tatsache hat mein Mann erkannt - recht spät einfach nur deshalb, weil wir unsere Beziehung ja lange aus unterschiedlichen Ländern geführt haben - da war es recht leicht, die Illusion aufrecht zu erhalten. Mein Sohn war bisher recht wenig von mir getrennt. Der weiß nun Bescheid.
Paul explodiert gerade wie eine Dynamitstange, was die Sprachentwicklung angeht. Er sagt inzwischen so viele Wörter, dass ich nicht mehr hinterherkomme mit dem Dokumentieren, es deswegen auch gar nicht erst versuche, auch ein Zeichen meines leichten Hangs zur Unordentlichkeit (auf eine herbere Kritik lasse ich mich nicht ein, denn im Grunde meines Herzens finde ich, so unordentlich bin ich gar nicht, ist ja klar). Neben der Tatsache, dass Paul mittlerweile an zusammengesetzten Substantiven arbeitet, sind es auch immer mehr Zwei-Wort-Sätze, die uns auffallen. Heute Morgen, als ich Paul Hustentropfen serviert habe und hinterher den Deckel nicht wieder ordnungsgemäß auf die Flasche geschraubt habe, sondern erstmal getrennt rumliegen ließ, da fuhr mich also Paul streng von der Seite mit seinem derzeitigen Lieblingssatz an: "MACH ZU!" Alles klar Paul. Ich gelobe Besserung, mein kleiner Ordnungsliebhaber.

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