Mittwoch, 5. September 2012

Zwei Wochen Großelternurlaub

Die letzten zwei Wochen haben wir mit Großelternurlaub verbracht. Die erste bei den ungarischen, die zweite bei den deutschen. Und jetzt sind die Kinder, vor allem aber Paul, ordentlich durcheinander. Denn dieser Urlaub wurde von allen Seiten noch einmal so richtig ausgekostet, bevor jetzt der knallharte Alltag in der Krippe beginnt und die Kinder wurden sprachlich noch mal so richtig schön durcheinander gewürfelt, bevor sie alles vergessen können, um mit Bayerisch von vorne anzufangen. 
Fazit nach zwei Wochen Großelternurlaub: Alle gleich. In Ungarn hat man Angst, die Jungs würden bald kein ungarisch mehr sprechen (sie sprechen ja bisher noch gar nicht, aber das beeinflusst diese Angst nicht weiter). In Deutschland hat man Angst, sie würden kein deutsch sprechen. In Ungarn steht das Honigglas in der Speisekammer und die Kekse liegen auf dem Beistelltisch. In Deutschland steht das Honigglas auf dem Küchentisch und die Schokobons liegen im Wohnzimmerschrank. In Ungarn durfte Paul mit Fenstergriffen spielen, in Deutschland durfte er mit der Außenbeleuchtung spielen. Beim ungarischen Opa durfte das Auto bedient werden, beim deutschen die Universalfernbedienung. Getrunken wurde in Deutschland Kakao, in Ungarn bestimmt auch irgendwas mit Zucker. Und auch die Omas sind eben Omas, egal in welchem Land. Saubere Hände sind wohl den Omas aller Welt wichtig. Küsschen und Streicheleinheiten noch viel wichtiger. Schokobons und Haushaltskekse auch, wie ich erfahren durfte. So befand die deutsche Oma auch Moritz schon durchaus bereit für eine Einführung in die Welt der Kekse. Und ich hab mich nur ein bisschen gesträubt. Moritz hingegen überhaupt nicht. Der fand das Essen seiner deutschen Oma sowieso insgesamt besser als Mamas. Unterschiede gabs bei der Behandlung der Küchenschränke der Omas: Während Paul in Ungarn die Schränke gern aufmachen durfte, sollte er sie in Deutschland immer lieber schließen. Begeisterungsstürme gabs von allen Seiten über Moritz' Hang zum Kuscheln und Fröhlichsein.
Was die Sprache angeht, da muss Paul jetzt erstmal sortieren. In Deutschland haben wir ihn mit dem Papa am letzten Tag ein bisschen getestet: Wir saßen beim Essen (ich weiß nicht mehr welches, aber ich nehme an, es war Kuchen im Spiel) und dann gings los, wir nannten die Person, er musste zeigen: nagypapa (Großvater), apa (Papa), apu (Papi), anya (Mama), nagymama (Oma), Opa (nagypapa). Am Ende des Tests hat Paul nur noch mit dem Finger wild hin und her gezeigt. Leider wird sich die Auswahl in nächster Zeit auf Mama und apa beschränken, da fällt das Sortieren vielleicht nicht ganz so schwer, macht aber auch nur halb so viel Spaß.

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