Montag, 17. September 2012

Mit ohne Kind

So nun liegt er hinter mir, der erste richtige Schultag als Referendarin mit Kind. Kindern. Nicht, dass hier der Eindruck entsteht, ich käme mir irgendwie besonders vor, aber die Stimmen sind laut und rufen von allen Seiten...also Referendariat mit Kind? Warum hast du das nicht gemacht, bevor du Kinder bekommen hast? Darauf habe ich meistens nur eine Antwort, und wenn der kleine P nicht immernoch mit seinen zwei Sprachen zu kämpfen hätte, dann könnte sogar er diese Antwort geben: DARUM. Was anderes fällt mir dazu nicht ein. Wozu mir aber was einfällt ist die Tatsache, dass der Zeitpunkt zum Kinderkriegen für eine Frau, die den Lehrberuf in Deutschland anstrebt, eigentlich nie so richtig passt. 
Nach dem Abitur bist du zu jung, hast, kannst, weißt und bist nix. Nach dem Abitur ist außerdem vor dem Studium. Im Studium bekommt man auch keine Kinder. Denn so ein Studium mit Kind? Na das macht man doch nicht. Wer bezahlt denn dann für das Kind? Nach dem Studium ist allerdings dann vor dem Referendariat und da bekommt man ebensowenig Kinder, denn erstmal bekommt man bitteschön einen Referendariatsplatz, was nicht in allen Bundesländern so einfach ist wie in Bayern (da hebt man nur die Hand und sagt "ich will"). Wenn man dann im Ref ist, dann bekommt man auch keine Kinder, weil man dann ja die ganzen Pläne durcheinanderhaut und wenn man dann noch in Elternzeit geht, dann müssen am Ende die ganzen Stunden verteilt werden, die man zu solchen Schnäppchenpreisen gegeben hätte. Und wie geht's dann weiter? Nach dem Ref ist in der klassischen Lehrerlaufbahn vor der Verbeamtung. Also wenn man dann sein Ref hinter sich gebracht hat, dann muss man sich erstmal wieder anmelden in der Lottozentrale Stellenvermittlung. Kinder bekommt man da besser nicht, denn das schränkt die Chancen auf einen Sechser arg ein. Also erstmal eine Stelle bekommen und dann besser die Verbeamtung abwarten, (rechne, rechne, rechne, das sind mindestens 3 Jahre, die man an einer, wenn man Glück hat, seiner Wunschschule verbringen muss plus zwei, wenn die Schulleitung einen gern hat, bevor man dann woanders hin darf). So und jetzt rechne ich das mal für mich durch. Abitur mit 19, 1. Staatsexamen mit 24, 2. Staatsexamen mit 26, Verbeamtung mit 29. Wenn ich also alles richtig gemacht hätte, dann könnte ich jetzt schon Kinder haben. Ups, hab ich ja auch. Bloß mit dem anderen Kram hapert's noch. Mal sehen, ob's nicht doch irgendwie auch andersherum geht.

Kommentare:

  1. Hallo,
    Ich bin durch die Brigitte Aktion auf Deinen Blog aufmerksam geworden. Er gefällt mir echt gut. Da schau ich jetzt sicher öfter mal vorbei,
    Liebe Grüsse,
    Julia

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  2. Hallo kinderjubel,
    das freut mich zu hören. Ist ja eher bescheiden bei mir. :) Ich war auch kurz bei dir heut, das muss ich aber noch vertiefen.
    Liebe Grüße zurück!

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  3. Liebe Charlaki,
    Countdown läuft? :)

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  4. Wird schon :-) Gruß, Mama

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  5. der komplizierteste punkt ist vergessen worden. was die meisten nicht schaffen.

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  6. Liebe Heike,

    ich lese mich gerade durch deinen Blog, den ich durch Zufall entdeckt habe. Und genau hier muss ich doch mal kommentieren, weil du es so treffend geschrieben hast :-) Ach ja, ich gehöre übrigens zu der Sorte, die genau nach Plan gehandelt hat (also nach deiner Schreibweise *grins*) und deshalb habe ich jetzt auch ganz spät (mit 31) mein erstes Kind bekommen. Wenn man nämlich die Verbeamtung in der Tasche hat (ha ha), muss man sich erst mal zurück versetzen lassen (wenn man nicht dort bleiben möchte, wo man zwangsweise hinversetzt wurde) und das kann ein paar Jahre dauern. Naja, und dann möchte man als Frau natürlich auch erst mal arbeiten ;-)... Wie dem auch sei, ich bewundere dich so sehr - ehrlich, kann das gar nicht in Worten beschreiben, meine Hochachtung. WIE SCHAFFST DU DAS? Wahnsinn. Ich bin hin und weg und schneide mir mal ne dicke Scheibe von dir ab, wenn ich darf.

    Jetzt lese ich mal weiter ;-) -
    ganz liebe Grüße aus dem kleinen Haus am See (o:

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    1. Och vielen, vielen Dank! Das tut aber gut zu lesen.
      Liebe Grüße zurück.
      Heike

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