Samstag, 15. September 2012

Berufstätige Mutter für Anfänger

Gestern hatte ich meinen ersten Arbeitstag. Er dauerte genau drei Stunden. Und was soll ich sagen, die drei Stunden fühlten sich an wie 6. Da gab es so viele neue Herausforderungen. Die erste: Was zum Anziehen finden, das einer Vereidigung angemessen ist (das war aber offenbar nicht nur für mich eine Herausforderung) und keine Kinderspuren hat. Zwei volle Jahre habe ich mich hauptsächlich zwischen Kinderzimmer, Schlafzimmer und Küche bewegt. Ich weiß a) überhaupt nicht mehr, was man da draußen eigentlich anzieht und b) bin ich schon froh, wenn es sauber ist, denn sobald man eins von diesen Kindern auf den Arm nimmt, ist es doch damit sowieso vorbei. Die zweite: Pünktlich erscheinen, und zwar nicht auf ungarische Art, 5 Minuten zu spät, sondern richtig pünktlich eben. Ich war 15 Minuten zu früh da und war von 27 Referendaren die vorletzte, fühlte mich also, als hätte ich versagt, denn wer ist schon gern Vorletzter. Die dritte: Dezent in der Masse untergehen. In dieser Kategorie bin ich als Fremdländerin, weil Nicht-Bayerin, und auch aus anderen Gründen wohl ganz klar gescheitert. Die Kinder unterrichtet man nämlich im Referendariat, die hat man nicht.

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