Dienstag, 14. August 2012

Zeiträuber und Gesprächsbedarf

Die Tage sind kurz in unserer neuen Heimat. Oder lang. Das kommt darauf an, wie man das so sehen möchte. Viele Aufgaben und wenig Luftholen. Verschiedenste Zeiträuber, wie Schlüsseldienstabzocker, Mietvertragsenten und im unteren Engagementbereich arbeitende Hausverwaltungen, sind zur Zeit hier am Werk - und dann wurde nach fünf Tagen Eingewöhnung auch noch das Kind krank. Zu allem Unglück is noch nich ma n Opa in der Nähe, der ab und zu mit dem Honiglöffel kommt. Ich bin ja für Honiglöffel zu streng. Krank war übrigens Paul, er hat schnell und professionell angefangen mit der immunologischen Schulung, wie unser neuer Medizinmann formuliert hat, (wir haben uns, weil der erste in Urlaub war, gleich mal in die Vertretungspraxis verliebt - Gummibärchen für Paul und Moritz rumtragende Arzthelferinnen für mich) und hat sich ne eitrige Rachenentzündung ranorganisiert. Bis auf die Spuckattacke nach Medikamenteneinnahme am zweiten Tag war aber alles ganz unproblematisch. Nur war die Eingewöhnung eben erstmal für uns beendet.
Gestern waren wir wieder da und entgegen meinen Erwartungen mussten wir nicht wieder neu eingewöhnen. Unser eingewöhnter Status war uns allen erhalten geblieben. Ich glaube, das liegt aber eher an mir als an den Kindern, denn ich wurde praktisch sofort nach Hause geschickt. Da ich noch Gesprächsbedarf hatte, ignorierte ich das erste Schicken geflissentlich und erzählte einfach weiter, wie ich mir wünschen würde, dass sie dem Moritz doch bitte sein Fläschchen geben sollten, auch wenn es kompliziert ist, weil er doch seine Milch braucht. Mein pädagogisches 18jähriges Gegenüber nickte immer und schoss zwischendurch immer mal wieder ein "Sie können dann auch ruhig gehen" raus. Meinen Gesprächsbedarf sollte ich wohl versuchen in Zukunft woanders zu stillen. Hab ich dann auch gemacht. Später hab ich das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus angerufen, um zu fragen, wann ich denn endlich meinen Referendariatsplatz zugeteilt bekomme. Immerhin soll ich ja in vier Wochen anfangen. Das Gespräch war zwar weniger einseitig, wurde aber ähnlich beendet und war noch weniger fruchtbar als das erste. Ich übe mich also weiterhin in Geduld, in jeder Hinsicht. Heute übe ich mich allerdings in meiner vielen Freizeit erstmal im Schwimmen.

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