Freitag, 17. August 2012

Babybrei statt Mensaessen für Moritz

Gestern früh hab ich an Moritz mal wieder mein Babykochbuch ausprobiert. Zur Zeit koche ich ja früh halb sechs, bevor die Kinderlein wach sind, und nehm dann den Brei für Moritz mit in die Krippe. Das mag ein wenig pervers erscheinen. Mein Mann meinte nur, es erscheint ungarisch...aber das tut es, weil das in vielen ungarischen Krippen ja auch so organisiert ist (übrigens auch in manchen deutschen), dass man den Kindern Essen mitbringt. In unserer Krippe ist das keinesfalls so, aber ich hab mich in der ersten Woche so erschrocken, als mir Vorschläge für die Ernährung von Moritz gemacht wurden, dass ich das morgendliche Breikochen für die bessere Lösung halte. Wenn ich dann anfange zu arbeiten, muss ich entweder um 4 aufstehen oder Moritz muss ganz schnell zum Kleinkind werden, mal sehen wozu die Energie reicht. 
Über wenig gibt es ja so viele verschiedene Theorien wie Babyernährung, deswegen traue ich mich auch gar nicht mehr, meine Weisheiten an den Mann zu bringen. Wenn es um das Thema geht, bin ich immer ganz vorsichtig, nicke und sage nur "Ja, das macht eben jeder so, wie er es für richtig hält". Und im stillen denke ich "Mann, aber das is doch Schrott, wie du das machst". Geht schon los damit, dass Brei ja furchtbar out ist. Babys bekommen kein Gefühl für die Nahrung, sondern schlucken nur sinnlos runter. Aber diese kein-Brei-Theorie, das vergessen viele, basiert darauf, dass man sein Kind bis zum Exzess stillt und dann im ganzen ersten Jahr nur hier und da was kosten lässt. Ich bin ja fürs Stillen, echt. Aber das hätte selbst echt nicht drauf. Und Moritz hat Hunger. 
In der Krippe wurde mir jedenfalls am ersten Tag ein Gläschen serviert mit irgendwelcher Pasta und Tomaten. Auf Nachfrage, was das sei, kam "Ich hab gar nicht draufgeschaut, tut mir leid." Pasta und Tomaten stehen bei Moritz noch nicht auf dem Speiseplan. Tomaten, darauf reagiert selbst Paul noch und Pastajunkies werden die Kinder von alleine, das gehört nicht in die Frühförderung. Aber das war nicht so ein großes Drama, falls ich jetzt hier irgendwie extremistisch rüberkomme. Das Drama fing an, als ich kritisch wurde gegenüber den Gläschen (Ich hab nichts gegen Babygläschen, aber ich habe angemerkt, dass Moritz vielleicht nichts Selbstgekochtes mehr isst nachher, wenn er jetzt fünf Mal die Woche Gläschen isst - da ist ja doch immer wieder dasselbe drin). Dann wurde mir nämlich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen angeboten, das Essen, was die anderen Kinder essen, zu pürieren für Moritz. Hier mal der theoretische Speiseplan für Moritz' erste Krippenwoche (Link), bitte püriert vorstellen.
Montag: Rigatoni mit Tomatensauce
Dienstag: Frischer Kartoffelauflauf mit Schinken (ich weiß gar nicht, warum man da frisch dazuschreiben muss, das hoffe ich doch, dass das immer frisch is)
Mittwoch: Fischstäbchen mit Salzkartoffeln und Remoulade
Donnerstag: Putengeschnetzeltes mit Rahmsauce und Mischgemüse (übrigens nicht frisch, sondern Konserve)
Freitag: Rührei mit Bratkartoffeln und zum Nachtisch Cornflakes mit Milch

Hmmm. Nicht ganz meine Vorstellung von altersgemäßer Ernährung für ein Baby von sieben Monaten. Um ehrlich zu sein, finde ich das Essen auch für Paul unangebracht. Aber dagegen kann ich wohl nichts machen. Und außerdem sind die selbst zubereiteten Zwischenmahlzeiten in der Krippe sehr lecker, frisch und gesund. Moritz bekommt aber seinen Brei und n Schluck Milch in die Tasche. Gestern gabs Couscousbrei, sehr zu empfehlen.

  
 Hokkaido-Kürbis, Möhrensaft, Couscous und Tahin. Sehr lecker. Rezept aus meinem Lieblingsbabykochbuch, siehe Link.

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