Dienstag, 17. Juli 2012

Moritz ist einfach gerne wach

Wenn ich mich an diese ersten Monate mit Moritz zurückerinnern werde, werde ich eins wohl immer thematisieren und ich werde, wie sich das gehört, die Erinnerung von Jahr zu Jahr mit ein bisschen mehr Drama spicken: Moritz ist gerne wach. Gerade schien es besser zu werden, da hat Moritz beschlossen, er muss an Zahn fünf und sechs basteln, am liebsten in der Nacht. Schlaf gibts da nur in Häppchen und scheinbar im Gegensatz zu Moritz mag ich 4-Stunden-Häppchen lieber als stündliche.
Zur Zeit hört es sich noch ganz harmlos an, wenn ich darüber rede. Gerade habe ich wieder eine Nacht für beendet erklärt, weil ich alle 1 bis 2 Stunden aufgestanden bin und mir um 4.30 Uhr der Optimismus ausgegangen ist, nochmal einschlafen zu können. In spätestens einer halben Stunde wird er wieder wach sein, wahrscheinlich auch Paul wecken (der nicht ganz so gerne wach ist). Aber dann werde ich ihm einen Schritt voraus haben: Mich kann er nicht mehr wecken. Das nimmt total den Frust aus der Situation. Ich finde mich pfiffig.
Und genau diesen Frust packe ich dann in die Erinnerung, die ich an diese Nächte haben werde, hier eine Andeutung:
2012: Moritz ist nachts ganz schön oft wach. Er weint dann nicht immer, aber er schläft auch nicht. Er schläft gut ein, manchmal mit Weinen, manchmal ohne, aber er braucht wohl nicht so viel Schlaf wie Paul.
2017: Moritz war als Baby dauernd wach. Er hat dauernd geweint beim Einschlafen und viel weniger geschlafen als Paul.
2022: Moritz war ein Schreibaby. Er hat praktisch nie geschlafen. Nur an der Brust. Und Paul hat er auch dauernd wach gemacht.
2027: "Weißt du, was ich mit dir alles durchmachen musste? 12 Stunden Wehen und danach hast du monatelang nicht geschlafen! Meine Haare sind heute grau deswegen."
2035: "Überleg dir das mit dem Baby. Babys schreien. Du und dein Bruder, ihr habt als Babys nachts kein Auge zugemacht. Überlebt hab ich das nur, indem ich ab und zu die Tür zugemacht habe, um die Schreie besser ignorieren zu können."




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