Montag, 9. Juli 2012

Alles andere ist nur Krach

Wenn Kinder Musik entdecken, sind sie am Anfang nicht sehr wählerisch. Paul jedenfalls nicht. Er ist als Baby wenig mit Musik in Berührung gekommen, weil wir kein Radio hören, die meisten meiner CDs uralt sind und unsortiert irgendwo rumliegen und ich auf dem Computer auch nur selten mal hier und da ein Lied höre. Als Paul dann doch irgendwann die Musik für sich entdeckte, saugte er alles in sich auf und machte keine großen Unterschiede. Sein Motto: Hauptsache es dudelt. Gerne auch an zwei, drei Stellen gleichzeitig. Paul kombinierte deshalb bisher sehr gerne Schubert im CD-Spieler mit den Melodien unserer zwei Spieluhren und dem musikalischen Softwürfel von Ravensburger (das ist so ein Würfel, der auf jeder Seite eine andere Melodie spielt). Deshalb war ich bislang davon überzeugt, dass Paul wohl nie eine Dur- von einer Molltonleiter unterscheiden können wird. 
Das hat sich vor kurzem geändert. Paul hat sich inzwischen durch verschiedene Musikgenres gehört, alles bunt durcheinander. Aber seit einer Woche hat er sich seine Meinung gebildet. Alles Schrott. Wenn Musik, dann bitte Mozart. Jede andere Musik wird überhaupt nicht als solche erkannt. Erst wenn Mozart im CD-Spieler läuft, dann hat man nach Pauls Verständnis Musik reingelegt. Allet andere is nur Krach. Das geht sogar soweit, dass er am Wochenende das Beenden seiner Mahlzeit vom Konzert für Flöte und Harfe K299 in C abhängig gemacht hat.
In der Familie sind die Kommentare zu diesem Thema verschieden: Der Papa sagt: "Oh-oh, den müssen wir wohl doch aufs Konservatorium schicken." Die Oma sagt: "Na dann spart schon mal auf ne Geige!" Und ich sage: "Hauptsache nicht zusammen mit den Spieluhren und dem Musikwürfel." Da fängt nämlich der Krach für mich an.

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