Freitag, 11. Mai 2012

Das ist doch nicht zum Spielen!

Heute mal was zum Thema Spielzeug. Wir stehen hier kurz vor dem Umzug nach Deutsch-e-Land. Immer wenn ein Umzug bevorsteht, macht man sich Gedanken über Nützliches und Unnützes im Hause, damit man nicht so viel rumschleppen muss. Nützliches, wie Möbel und Unnützes wie Spielzeug. Ich stelle hier jetzt mal eine ganz vage These auf. Die steht noch auf wackeligen Beinen, weil Paul und Moritz noch sehr klein sind und was weiß ich schon davon. Aber bevor hier Plagiatsvorwürfe reinflattern, die These ist auch nicht unbedingt von mir. Ich stell sie jetzt trotzdem auf. Ganz frech. Hier kommt sie: Kinder brauchen kein Spielzeug oder nur gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz wenig.
Wenn man ein Baby bekommt, wird man mit Spielzeug zugeworfen. Die wenigsten trauen sich, dem Baby Kleidung zur Geburt zu schenken, man weiß ja nicht...passt das oder ist das zu blau, zu pink, zu bunt, zu gestreift oder sind zu viele Teddys drauf. Aber eine Rassel oder ein Schnuffeltuch, na das geht immer als Mitbringsel. 'Das ham die bestimmt noch nicht.' Und so liegen hier so viele Rasseln, Greifringe, Beißringe und Stapelringe rum, dass Moritz manchmal gar nicht weiß welchen er zuerst packen soll. 
Wenn das Baby dann älter wird, lässt der Geschenkeansturm nach, aber der Spieldrang wird größer und komplizierter. Und dann kommen sie ganz automatisch ins Haus...die Laufwagen, die Bobbycars, die Stapelbecher, die Bausteine, die Motorikschleifen, die Nachziehtiere, die Stapelringe, die Sortierspiele...alle natürlich pädagogisch wertvoll, auf keinen Fall aus China, unbedingt entwicklungsfördernd und, und das ist wohl ihr wesentlichstes Merkmal später unheimlich gut bei Ebay zu verkaufen, denn auch nach einem Jahr Nutzung so gut wie ungenutzt.
Paul spielt nicht mit Spielzeug. Paul spielt mit Türen, mit Schubladen, mit Türklinken, mit Wasserflaschen, mit Betten, Möbeln, Sesseln, Sofas, Wippen, Autoschalen, Schlüsseln, Handys, Küchengeschirr, Schränken, Wäschekörben, Wäsche, Staubsaugern, usw. Die Liste ist lang und auf ihr stehen Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs. Das Spielzeug liegt meistens nur im Weg rum. Ich übertreibe natürlich. Gespielt wird hier auch mit Spielzeug. Aber es wird mit Sicherheit nie so damit gespielt wie es von den Entwicklern klug ausgedacht wurde und eigentlich auch nur in Kombination mit irgendeinem Gegenstand aus obiger Liste. Neulich zum Beispiel, das Nachziehtier. Gedacht zum Nachziehen beim Laufen. Paul hat sein Nachziehtier, im Übrigen eine Giraffe von seiner Oma, auf's Fensterbrett gestellt und dann nachgezogen, um zu sehen ob sie fliegt. Sie fliegt. Aber je öfter sie fliegt, desto weniger kann man sie nachziehen. Eine Zeitlang hat er auch Wurfübungen mit der Motorikschleife gemacht, die schätzungsweise ein Kilo wiegt. Das Geräusch der klappernden Kugeln auf dem Parkett war so toll. Das Geräusch beim Zusammenstoß von Motorikschleife und Moritz' Kopf, das hab ich damals gerade noch so verhindern können.

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