Donnerstag, 15. März 2012

Strolchig, strolchiger, Paul

Paul ist von Montag bis Sonntag nahezu ausnahmslos das, was man einen braven Jungen nennt. Nur manchmal, an hohen Feiertagen, wenn Besuch da ist, er schlechte Laune hat oder er einfach Lust drauf hat, benimmt er sich wie ein Strolch. Ausgerechnet zum Besuch der Internetoma, die gestern leider wieder abgereist ist, hat er sich seinen bisher größten Streich erlaubt: er hat den Kinderwagen umgeschmissen, der gruseligerweise seinen kleinen Bruder beinhaltete. Zum Glück hat sich Moritz nichts weiter getan (außer einer Beule am Kopf), aber da man das bei so kleinen Babys ja nicht wissen kann, was genau passiert ist, waren wir zur Sicherheit mit ihm im Krankenhaus. Und so hat nun der kleine Moritz seinen ersten und hoffentlich letzten Paul-induzierten Krankenhausaufenthalt hinter sich. Es wurde geröntgt und geschallt und mitfühlend festgestellt: Wollen wir hoffen, dass das das Schlimmste sein wird, was ihm in seinem Leben passieren wird. 
Übrigens waren wir in dem Krankenhaus, von dem ich, als ich mit Paul dort war und vorzeitig nach Hause gehen wollte, den Auftrag bekommen hatte, mich nie wieder dort blicken zu lassen. Als ich meine Kinderärztin am Unglückstag anrief und sie empfahl, mich mit Moritz in dieses Krankenhaus zur Untersuchung zu begeben, bemerkte sie mein zögerliches Verhalten (ich nahm an, dass die Fernbleibeempfehlung für alle meine Kinder gilt) und versuchte mich doch tatsächlich damit zu überzeugen, den Schritt in die Höhle des Löwen dennoch zu wagen, indem sie mich darüber informierte, dass der Oberlöwe, der mir damals die Fernbleibeempfehlung erteilt hatte, inzwischen tot sei, ich mir also keine Sorgen zu machen bräuchte. Wir haben uns tatsächlich auf den Weg dorthin gemacht, die Internetoma, Moritz und ich und nach ein paar Untersuchungen durften wir auch gleich wieder nach Hause, mit Beobachtungs- aber diesmal ohne Fernbleibeempfehlung. Trotzalledem, lieber Paul, bliebe ich lieber fern. Also übertreib das bitte nicht mit dem Strolchen.

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