Mittwoch, 29. Februar 2012

Töpfchentraining und Ordnungsfanatismus

Gestern hab ich mal wieder gegoogelt. Und zwar zum Thema Töpfchentraining. Da ist mir aufgefallen, dass schon das Stichwort brisant ist, denn man nennt das ja in Fachkreisen Sauberkeitserziehung. Töpfchentraining hat offenbar viel mit seelischer Grausamkeit zu tun. Sauberkeitserziehung hingegen, ist wie das Wort schon andeutet, sauber, will sagen läuft ohne Traumata ab. 
Ich habe schon ein paar Mal zu diesem Thema die Suchmaschine bedient, weil nach früheren Standards mein Paul ja schon längst traumatisiert, ähhh trainiert sein könnte, ich mich also damit beschäftigen muss/will. Gestern hab ich dann wieder einen interessanten Zusammenhang entdeckt. Töpfchentraining und Ordnungsfanatismus. Frühes Töpfchentraining ruft angeblich Ordnungsfanatismus hervor. (siehe hier) Bei mir hat das ja leider nicht geklappt. Und bei Paul hab ich den Zug auch schon verpasst, er wird demnach wohl eher einer von der unordentlichen Sorte werden. Damit er aber kein totaler Messie wird, dachte ich mir, fange ich mal an mit der sauberen Erziehung zur Sauberkeit.
Jedes Töpfchentraining beginnt mit dem Kauf eines geeigneten Töpfchens, wenn man sein Kind nicht in den Suppentopf machen lassen will. Und so stand ich da gestern im Laden vor einer Auswahl von mindestens 20 Töpfchen und stellte fest, man kann nicht einfach so spontan ein Töpfchen kaufen. Ich kannte mich ja in den Kategorien gar nicht aus. Die Frage, ob mein Sohn ein Jungs- oder Mädchentöpfchen braucht, konnte ich gerade noch so beantworten, aber ob mit Deckel oder ohne Deckel, mit Musik oder ohne Musik, mitwachsend oder nicht oder etwa mit extra Behälter zum getrennten Ausleeren, da verließen sie mich. Da ich so hilflos war, ertappte ich mich dabei so ein schickes Designertöpfchen auszusuchen, das farblich zu unseren Badfliesen passt. Zum Glück stand kein Preis drauf, das hinderte mich daran, zur Kasse zu marschieren und brachte mich dazu, die Kategorien nochmal zu überdenken. Da ich ja wie gesagt trotz Töpfchentrainings nicht sehr ordnungsfanatisch bin, wäre ein selbstausleerendes Töpfchen für mich in Frage gekommen. Das gab es aber nicht. So nahm ich dann einfach eins der preiswerteren Jungsklos und schleppte es nach Hause. 
Abends wurde es ausprobiert. Und siehe da: Mein Sohn ist ein Naturtalent. Er hat gleich reingetroffen. Und vor lauter Aufregung hab ich ganz vergessen, frenetisch zu applaudieren, damit das nicht bloß ein Zufallstreffer bleibt. Das holen wir dann beim nächsten Mal nach.

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