Mittwoch, 18. Januar 2012

Da geht er wieder los, der Waagenterror

Man könnte meinen, beim zweiten Kind ist alles anders oder zumindest ein bisschen. Aber was die Penetranz von Schutzfrauen und Medizinfrauen angeht ändert sich da gar nichts. Da kann man auch zehn Kinder kriegen. 
Letzte Woche waren beide hier im Hause um Moritz zu begutachten und da war er wieder, der Waagenterror. Wie viel er denn pro Mahlzeit trinken würde, der kleine Moritz. "Ach, ich weiß nicht," hab ich gesagt, "aber im Krankenhaus haben sie zuletzt 40 g gemessen." "Ohhh, das ist aber viel zu wenig", bekam ich dann sofort zu hören. "Er muss mindestens 60 bis 70 g pro Mahlzeit trinken." 
Im Krankenhaus waren sie nicht ganz so verkrampft, weil sie dort tatsächlich einen Unterschied machen zwischen Erstgebärenden und Zweitgebärenden und weil wir uns gegen einen entsprechenden Obulus unsere Ruhe erkauft haben. In meinem eigenen Haus allerdings bin ich nicht sicher. "Wissen Sie denn wie viel er inzwischen wiegt?" "Ach," sag ich, "das weiß ich nicht so genau, aber er hat schon im Krankenhaus wieder zu- statt abgenommen" "Ohhhh, das müssen Sie aber beobachten, schon wegen seiner Gelbsucht. Am besten ist, sie wiegen ihn einmal am Tag, abends vor dem Baden, nackt. Nächste Woche komme ich wieder vorbei, dann kontrollieren wir das." 
Jetzt ist nächste Woche und ich hab Moritz noch nicht nackt gewogen. Ups. Moritz isst aber mit genauso großem Appetit wie sein großer Bruder und da er außerdem auch regelmäßig Nahrungsüberschuss durch Spucken signalisiert, gibt es keinen Anlass zur Sorge, zumindest bei mir (Schutzfrauen und Medizinerinnen haben offenbar andere Sorgeauslösefaktoren.) Um mich aber vor den mahnenden Blicken der Kontrolleure zu schützen, habe ich ihn doch ein paar Mal gewogen und schätze sein derzeitiges Gewicht auf 4400 g, was einer Gewichtszunahme von 200 g pro Woche entspricht, so wie die Statistik es vorsieht. Vorbildliches Verhalten an der Nahrungsfront also, Moritz. Eine Urkunde habe ich nicht vorbereitet. Verzeih.

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